Der Schmalkaldische Krieg tobte. Truppen aus Sachsen und Hessen hatten 1546 in der Nähe von Giengen an der Brenz ihr Lager aufgeschlagen. Ein Landsknecht ging dort mit dem gefundenen Stück eines Brustpanzers zum Schneider und sagte: „Bitte nähe mir das dorthin ins Wams, wo das Herz sitzt.“ Zwei Tage später holte er seine Kleidung ab. „Hab’ das Stück an den rechten Fleck genäht“, sagte der Schneider. Wenig später musste der Landsknecht mit Kameraden los, um von Bauern Stroh und Hafer zu beschaffen. Die Bauern aber hatten genug von den fremden Soldaten und ihren Plünderungen, und als der Knecht und seine Mitstreiter auf einem Hof gerade Stroh und Hafer mitnehmen wollten, lief auf einmal eine Gruppe Bauern mit Mistgabeln auf sie zu.  Der Knecht rannte los, doch er blieb an einem Zaun hängen. Prompt stieß ein Bauer ihm mit der Mistgabel so mächtig ins Gesäß, dass er über den Zaun flog. Eine Wunde aber fand der Knecht nicht an seinem Allerwertesten, und erst da merkte er, wohin der Schneider den Panzer genäht hatte. Der Knecht lachte herzlich und ging zum Schneider: „Danke! Du bist ein wahrhaft schlaues Schneiderlein, das genau weiß, wo mein Herz liegt.“

PS: Diese Geschichte ist angelehnt an die Version von Franz Georg Brustgi in Sagen und Schwänke von der Schwäbischen Alb, Südverlag, Konstanz, 1994

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