Das Coronavirus hat den Südwesten Deutschlands längst erreicht. Aktuell sind in Baden-Württemberg 277 Menschen infiziert, die Landesregierung ergreift umfangreiche Maßnahmen. Auch im Kreis Biberach breitet Covid-19 sich aus, es gibt dort zwei Infizierte. Grund genug für die Stadt Biberach, ebenfalls auf diese Entwicklungen zu reagieren: Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat der Verwaltungsstab mit Oberbürgermeister Norbert Zeidler Hinweise zum Umgang mit städtischen Veranstaltungen erarbeitet. Die Vorgabe: Veranstaltungen mit mehr als 200 zu erwartenden Teilnehmern werden abgesagt.

Coronavirus: Kontaktpersonen in Biberach negativ getestet

Zeidler zur aktuellen Coronavirus-Lage in Biberach: „Wir sind erleichtert, dass die Testergebnisse der Kontaktpersonen der zwei Infizierten in Biberach negativ waren und wir alle Schulen und Kindertageseinrichtungen wieder öffnen konnten. Dennoch müssen wir alle weiterhin Sorge tragen, die Gefahr von Ansteckungsmöglichkeiten zu verringern, um nicht einer weiteren Verbreitung des Virus Vorschub zu leisten.“ Daher müsse bei Veranstaltungen mit Augenmaß abgewogen werden, ob sie stattfinden könnten.

Corona-Risiko für kleinere Veranstaltungen wird geprüft

Das Festlegen allein einer Personenzahl sei nach allgemeinen Erkenntnissen nicht ausreichend. „Wir erstellen daher bei allen städtischen Veranstaltungen, bei denen mit weniger als 200 Teilnehmern zu rechnen ist, eine Risikobewertung, die sich an den Hinweisen des Robert-Koch-Instituts für Großveranstaltungen orientiert. Entscheidend ist hierfür insbesondere, ob der zu erwartende Teilnehmerkreis relativ klar definiert ist“, erklärt der Oberbürgermeister.

Auf dieser Basis würden zum Bespiel Angebote der VHS Biberach  beurteilt, deren Kurse prinzipiell stattfinden können. Im Einzelfall könne das Ergebnis der Risikobewertung aber dennoch eine Absage notwendig machen, berichtet die Stadt. Der Verwaltungsstab empfehle anderen Veranstaltern dementsprechend vorzugehen.

Hilfe für Veranstalter bei der Entscheidung über Absagen wegen Corona

Als Hilfestellung wurde eine Handreichung erstellt, mit der die Hinweise des Robert-Koch-Instituts abgearbeitet werden können. Am Ende stehen eine Gesamtabwägung und die Entscheidung, ob die Veranstaltung abgesagt werden muss oder eventuell modifiziert stattfinden kann. Diese Anweisung gilt vorläufig bis einschließlich Sonntag, 29. März.

Für die bis dahin geplanten Veranstaltungen hat die Stadt diese Risikobewertung vorgenommen. In Absprache mit den Veranstaltern wurde entschieden, 20 Veranstaltungen abzusagen. Einige Absagen resultieren aus dem besonderen Risiko für Ältere.

Einige Veranstaltungen sollen nachgeholt werden

Stadtverwaltung und Veranstalter hoffen der Mitteilung zufolge, einige der Veranstaltungen noch im laufenden Jahr nachholen zu können. Dies gilt beispielsweise für den Jazzpreis. In die Vorbereitung des Jazzpreise wurde seit über einem halben Jahr viel Zeit und Energie gesteckt wurde. „Wir werden mit dem Jazzclub beraten, ob und wann ein Nachholtermin für den Wettbewerb stattfinden kann,“ teilt das Kulturamt mit.

Diese Veranstaltungen in Biberach sind wegen Corona abgesagt

  • 11. 3. Wieland-Lesung, Haus der Archive
  • 11.03. Musikschulorchester-Konzert, PG/WG
  • 13.03. Voyage des Cordes Harfenquartetts, Komödienhaus
  • 13.03. Vortrag: Die Donau in der Wachau, vhs
  • 14.03. Vortrag: Allerlei Schwäbisches, vhs
  • 14.03. Biberach feiert – Clubnacht
  • 14.03. Dialekt-Poetry-Slam - Schwaben versus Bayern, Gigelberghalle
  • 15.03. – 21.03. Rückengesundheitswoche
  • 15.03. Vortrag: Arzt-Patienten-Forum – Rückenschmerzen, vhs
  • 18.03. Vortrag: Kinderarmut und Bildung, vhs
  • 20.03. Vortrag: Menschenwanderungen gestern und heute, vhs
  • 21.03. Biberacher Jazzpreis 2020, Gigelberghalle
  • 22.03. Vortrag: Hölderlin, vhs
  • 22.03. Filmseminar, vhs
  • 22.03. Konzert des Jugendsinfonieorchesters, Gigelberghalle
  • 27.03. Konzert der Kleinen Schützenmusik, KSK
  • 27.03. Ikebana-Vorführung, vhs
  • 28.03. Kinderkino Klappe, Traumpalast
  • 29.03. Kinderfest, Gigelberghalle
  • 29.03. Führung im Zuge des ausgefallenen "Tags der Archive", Haus der Archive