• Nun verzeichnet das Landesgesundheitsamt trotz verlängerten Lockdowns wieder einen steigenden Trend bei Fallzahlen und der Inzidenz in BW.
  • Schulen und Kitas in Baden-Württemberg sollen am Montag, 22.02.2021 schrittweise wieder öffnen. Auch in Bayern sollen die Grundschulen wieder öffnen.
  • Für die Öffnung in Baden-Württemberg gelten bestimmte Regeln sowohl für Schüler und Eltern als auch für Lehrer und Erzieher.
Endlich, werden nicht nur Eltern, Lehrer und Erzieher, sondern vor allem auch die Schüler und Kinder nach Wochen des Lockdowns, der Notbetreuung und des einsamen Unterrichts daheim ausrufen: Am Montag, 22.02.2021 geht es wieder los mit dem Präsenzunterricht und der Betreuung im Kindergarten im Südwesten. Schüler und die Kleinsten dürfen jetzt wieder in Klassenraum und Kindergarten zurück.
Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) sagt dazu: „Die Entscheidung, die Grundschulen und Kitas wieder zu öffnen, ist ein wichtiger Schritt für die Familien im Land, die in der aktuellen Situation eine enorme Last tragen.“ Doch das gilt erst einmal nur für Grundschulen und Kitas.
Aber „perspektivisch“ beabsichtige das Land, in einem nächsten Schritt auch an den weiterführenden Schulen Präsenzunterricht im Wechselmodell anzustreben - sofern es das Infektionsgeschehen zulasse. Denn: Sollten die Fallzahlen wieder stark steigen, wäre eine erneute Schließung der Schulen und Kitas jederzeit denkbar. Maßgeblich ist hier unter anderem die 7-Tage-Inzidenz.

Öffnung von Schule und Kindergarten in BW mit Regeln

Die Öffnung der rund 2500 Grundschulen im Land sowie der Kitas startet unter bestimmten Bedingungen und mit Regeln. Lehrer und Erzieher zum Beispiel sollen bald bevorzugt gegen Corona geimpft werden können. Fragen und Antworten für Schüler, Eltern, Lehrer und Erzieher:

Stufenplan und Wechselunterricht: Welche Kinder dürfen zurück in die Schule?

Für die Grundschüler geht es als erstes los. Geplant ist für sie ein Wechselunterricht mit je zwei Klassenstufen pro Woche. Das heißt: Die Hälfte einer Klasse soll von zu Hause im Fernunterricht lernen und die andere Hälfte in der Schule. Danach wird gewechselt. Ob der Wechsel nach einer Woche erfolgt oder in kürzeren Abständen, überlässt das Kultusministerium Baden-Württemberg den Schulen. Wichtig seien aber möglichst konstante Gruppen. Das heißt: Der Präsenzunterricht soll nach dem Kohortenprinzip erfolgen.

Wieviel Stunden Unterricht gibt es in Grundschulen?

Auf diese Weise soll es pro Woche mindestens zehn Präsenzstunden geben. Laut Ministerium aber „gerne aber auch mehr, wenn dies die Schule ermöglichen kann“. Ergänzt wird der Präsenzunterricht durch Lernmaterialien für alle Klassenstufen im Fernlernen.

Gibt es eine Masken-Pflicht an Grundschulen?

Nein. Eine Maskenpflicht im Unterricht an den Grundschulen wird seitens der Landesregierung weiterhin nicht angestrebt - aus pädagogischen und wissenschaftlich begründeten infektiologischen Gründen, wie es beim Kultusministerium heißt. Freiwillig könne eine Maske aber selbstverständlich getragen werden. Man alle Schritte eingeleitet, um den Versand von Schutzmasken an die Grundschulen zu veranlassen, um das dortige Personal auszustatten. Die Versandaktion an die rund 2500 Grundschulen in öffentlicher und privater Trägerschaft im Land sei so gut wie abgeschlossen.

Gibt es Einschränkungen für den Unterricht in Schulen ab Montag?

Ja. Die Schulen müssen Prioritäten bei den Fächern setzen. Beim Präsenzunterricht haben die Fächer
  • Deutsch,
  • Mathe und
Sachunterricht
Vorrang - ebenso in Klasse 4 die Vorbereitung der Abschlussklassen für den Übergang auf eine weiterführende Schule. Sportunterricht findet dem Ministerium zufolge weiter nicht statt.

Muss ein Kind in die Schule, gibt es eine Pflicht für Präsenzunterricht?

Für die Schülerinnen und Schüler besteht weiterhin keine Präsenzpflicht, das heißt, die Eltern können wie bisher darüber entscheiden, ob die Schulpflicht in Präsenz oder im Fernlernen erfüllt wird. Es wird weiterhin eine Notbetreuung geben für diejenigen Kinder, die jeweils nicht im Präsenzunterricht sind und Anspruch auf Notbetreuung haben.
Wie bereits im vergangenen Jahr sollen die Schulen ab 22. Februar auch wieder einzelne Schülerinnen und Schüler in den Präsenzunterricht einbeziehen können, die über den Fernunterricht nicht erreicht werden konnten oder Schwierigkeiten beim Fernlernen haben. Diese Möglichkeit gilt sowohl in den Grundschulen wie auch an den weiterführenden und den beruflichen Schulen.

Abschlussklassen: Was sind die Regeln bei weiterführenden Schulen?

Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr ihre Abschlussprüfungen ablegen (Abschlussklassen), werden von 22. Februar 2021 an ebenfalls im Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht unterrichtet.Über den Umfang des Präsenzunterrichts entscheiden die Schulen selbst. Für alle anderen Schüler soll das „perspektivisch“ auch wieder möglich sein - sofern es das Infektionsgeschehen erlaubt, heißt es vom Ministerium.

Was sind die Regeln zur Öffnung von Kitas?

Kindergärtgen sollen ab Montag, 22.02.2021 in den so genannten Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zurückkehren. Dabei sollen die Einrichtungen weiter darauf achten, dass sich die Gruppen nicht durchmischen und dass die bestehenden Hygienekonzepte strikt befolgt werden.

Werden Lehrer und Erzieher geimpft gegen Corona?

Ja, das ist absehbar. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hat am Samstag, 20.02.2021, angekündigt, Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher bei der Impfung vorzuziehen. Eine entsprechende Grundsatzentscheidung soll am Montag, 22.02.2021 „aller Voraussicht nach auch in der Gesundheitsministerkonferenz fallen“, wie es in einer Mitteilung des Sozialministeriums heißt. Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher sollen in die zweite Priorisierungsstufe eingruppiert werden. Eine entsprechende Änderung der Bundesimpfverordnung ist derzeit in Arbeit.

Tests und Masken: Gibt es Schutz-Maßnahmen gegen Corona für Lehrer und Erzieher?

Hier setzt das Kultusministerium BW in Stuttgart vor allem auf freiwillige Antigen-Schnelltests. Jede Lehrerin und jeder Erzieher soll sich zweimal pro Woche auf eine Corona-Infektion testen lassen können. Gesundheitsminister Manne Lucha hat in diesem Kontext zugesichert, bis zum Ende der Faschingswoche hierfür eine verlässliche und landesweit verfügbare Infrastruktur zu gewährleisten.
Die Einrichtungen sollen für die Tests Berechtigungsscheine ausgeben, mit denen ein Test in Apotheken oder bei Ärzten möglich ist. Mehrere Städte und Kreise in Baden-Württemberg haben inzwischen eigene Schnelltest-Zentren und Tausende Schnelltests für ihre Schulen besorgt und nehmen so einen Teil des Schutzes ihrer Lehrer und Erzieherinnen selbst in die Hand.
Kultusministerin Susanne Eisenmann sagte dazu: „Regelmäßige, anlasslose Schnelltests sind ein zentraler Schlüssel, um schrittweise wieder zu mehr Normalität an Kitas und Schulen zu kommen.“
Das Land hat Schutzmasken an die rund 2500 Grundschulen im Südwesten verschickt. Eine Pflicht zum Tragen im Unterricht gibt es weiter nicht. Die Erzdiözese Freiburg hatte am Freitag zudem mitgeteilt, seinen mehr als 13.000 Erziehern rund 800.000 medizinische Schutzmasken zur Verfügung zu stellen.

Gibt es neue Regeln für Berufsschulen?

Wegen der Corona-Pandemie hat das Kultusministerium in Baden-Württemberg entschieden, die Frist für Online-Bewerbungen an beruflichen Gymnasien und Berufskollegs zu verlängern. Noch bis einschließlich 8.03.2021 können Schüler einen online erstellten Aufnahmeantrag zusammen mit Bewerbungsunterlagen an die beruflichen Schulen des Landes senden, wie das Ministerium am mitteilte.

Endlich wieder Schule: Wo die Schule und Kita heute öffnen

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