Nach den Pfingstferien, also ab Montag, 15. Juni, sollen alle Schüler im Südwesten trotz der Corona-Krise zumindest wieder zeitweise zur Schule gehen können. Der Präsenzunterricht werde dann mit dem Lernen zu Hause, dem so genannten „Homeschooling“ kombiniert. Das sagte Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch im Landtag.
Die Jahrgangsstufen sollen zu unterschiedlichen Zeiten in die Schulen kommen - die Klassen werden verkleinert, um Abstandsgebote einhalten zu können.

Plan für schrittweisen Öffnung von Schulen und Kitas

Susanne Eisenmann legte einen Plan zur schrittweisen Öffnung von Schulen und Kitas in Corona-Zeiten vor. Ein normaler Betrieb sei erst wieder möglich, wenn keine Abstandsregeln mehr eingehalten werden müssen. Wann das sei, könne man heute noch nicht sagen. Sie dämpfte damit Hoffnungen auf einen zügigen Rückgang zur Normalität.

Öffnung für Grundschüler der 4. Klasse und Kitas ab 18. Mai

Das ist laut Eisenmann der weitere Fahrplan nach der siebenwöchigen Corona-Schließung:
  • Bereits seit Montag gehen die Schüler, die vor Abschlussprüfungen stehen, wieder in die Klassenzimmer.
  • Ab 18. Mai sollen Grundschüler der vierten Klasse wieder zeitweise Präsenzunterricht erhalten, um auf weiterführende Schulen vorbereitet zu werden.
  • Ebenfalls am 18. Mai sollen die Kitas für bis zu 50 Prozent der Kinder geöffnet werden.

Bund-Länder-Runde bestätigt Pläne

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben sich bei ihrer Schaltkonferenz am Mittwoch entsprechend verständigt: Jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer möglichst noch mindestens einmal in die Schule oder in die Kita gehen. „Die Einzelheiten regeln die Länder“, heißt es in einem gemeinsamen Beschluss.

Die Notbremse: Bei steigenden Zahlen regionale Rücknahme der Lockerungen

Angela Merkel betonte bei der Pressekonferenz am Mittwoch, dass es derzeit viele regionale Einzelregelungen zu Lockerungen gebe. Man sei sich aber mit allen Ländern einig, dass wenn die Zahlen in einer Region erneut steigen sollten, die Lockerungen wieder zurückgenommen würden. Das heißt, wenn es irgendwo wieder mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gebe, werde man dort gezielt die Regelungen verschärfen, aber nicht in ganz Deutschland. Bayerns Ministerpräsident nannte diesen Mechanismus eine „Notbremse“.