• Am 22.03.2021, haben sich Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungsschef zu einem weiteren Corona-Gipfel getroffen.
  • Eine Neuerung gibt es bei privaten Treffen über Ostern (siehe weiter unten).

Selbsttests vor Osterbesuch bei Großeltern

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis hat vor einer großen Ansteckungsgefahr beim Besuch der Großeltern an Ostern gewarnt. Sein dringender Appell sei deshalb: „Wenn ihr euch Karfreitag oder Ostersonntag mit den Großeltern trefft, macht doch morgens einfach kurz den Test.“

Merkel: Corona-Osterruhe war ein Fehler

Alles zurück auf den Anfang: Die erst wenige Stunden alte und hoch umstrittene Corona-Osterruhe wird es nicht geben. Die Kanzlerin macht einen Rückzieher, übernimmt die Verantwortung für die Verwirrung. und bittet die Öffentlichkeit um Entschuldigung. Der inzwischen revidierte Beschluss sei „einzig und allein mein Fehler“ gewesen, und als Kanzlerin wolle sie die Verantwortung dafür tragen, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Sie wisse, dass „der gesamte Vorgang zusätzliche Verunsicherung auslöst, dafür bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung“.
Begründet wurde die Entscheidung damit, dass zu viele Folgeprobleme entstanden wären, hätte man - wie beschlossen - den Gründonnerstag und Karsamstag zu Ruhetagen erklärt. Aufwand und Nutzen stünden in keinem guten Verhältnis, wurde Merkel von Teilnehmern der völlig überraschend einberufenen Runde mit den Länderregierungschefs zitiert.

Welche Corona-Regeln gelten in Baden-Württemberg an Ostern?

Doch wie genau sehen die Corona-Regeln im Detail in den einzelnen Bundesländern aus? Am Dienstag hatte der Baden-Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann erklärt, es seien nach dem Beschluss von Bund und Ländern noch viele Fragen offen.
Eigentlich kommt der Landtag regelmäßig nach den Bund-Länder-Schalten zu Sondersitzungen zusammen, damit Ministerpräsident Kretschmann den Parlamentariern die neuesten Beschlüsse im Kampf gegen die Pandemie erläutern und ihnen Rede und Antwort stehen kann. Am Mittwochvormittag war es wieder soweit. Allerdings geriet der Regierungschef in eine terminliche Zwickmühle. Da die Beschlüsse der Sitzung der Länderchefs mit der Kanzlerin in der Nacht zum Dienstag auf massive Kritik stoßen und viele Fragen offen sind, rief Merkel kurzfristig zur selben Zeit erneut zur Schalte mit den Ministerpräsidenten. Weil er sich nicht in der Merkel-Schalte vertreten lassen wollte, musste Kretschmann den Landtag vorzeitig verlassen. Es sei eben noch nicht alles in trocknenen Tüchern, begründete er die Änderung seines Terminplans.
Kretschmann erklärte weiter: Es habe sich als nicht machbar herausgestellt, Gründonnerstag und Karsamstag mit Hilfe des Infektionsschutzgesetzes als Ruhetage zu definieren. Zudem sei klar geworden, dass es bei vielen Betrieben stark die Lieferkette beeinträchtigt hätte. Das Sprichwort „der Teufel steckt im Detail“ habe sich bewahrheitet, sagte Kretschmann. Der Plan für die „Osterruhe“ sei in der Bund-Länder-Schalte erst mitten in der Nacht aufgekommen und sei nicht genügend vorbereitet gewesen. „Ich möchte mich bei der Bevölkerung für dieses Hin und Her entschuldigen.“
Klar ist inzwischen, dass das Land Baden-Württemberg es weiter Stadt- und Landkreisen überlassen will, je nach Corona-Infektionszahlen über Lockerungen und Schließungen etwa von Geschäften zu entscheiden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch in Stuttgart aus Kreisen der grün-schwarzen Koalition. Ministerpräsident Kretschmann hatte erwogen, die Regeln wieder landesweit durchzusetzen, dies aber wieder verworfen. Auch bei Schulen und Kitas in Hotspots könnte es schärfere Maßnahmen geben.
Wegen der steigenden Zahl von Infektionen im Südwesten sind derzeit kaum noch Öffnungen möglich. So liegt nach Zahlen des Landesgesundheitsamts kein Kreis mehr unter dem Schwellenwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche. Das heißt zum Beispiel, dass der Einzelhandel schließen muss. Bei einer Inzidenz bis 100 kann es noch Shopping mit Terminvereinbarung geben. Über 100 ist auch dies nicht mehr möglich. Derzeit liegen im Südwesten noch 27 Kreise zwischen 50 und 100, 17 sind über der Inzidenz von 100.

Oster-Gottesdienste möglich - Kretschmann sagt Kirchen-Gespräch ab

Nach dem Rückzieher der Politik in Sachen Oster-Lockdown sind Gottesdienste über die Feiertage nun doch wieder möglich. Oliver Hoesch, Sprecher der evangelischen Landeskirche in Württemberg, sagte der „Heilbronner Stimme“ (Donnerstag): „Präsenzgottesdienste können unter den bisherigen Maßgaben stattfinden“ - also unter Beachtung eines strengen Hygienekonzeptes, das auch die jeweils aktuellen Inzidenzen berücksichtigt. Diese Konzepte hätten sich bewährt.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe sein für diesen Donnerstag geplantes Gespräch mit den evangelischen Landesbischof Frank Otfried July (Württemberg) und dem katholischen Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) abgesagt, bestätigte ein Regierungssprecher der dpa.
Bund und Länder hatten ursprünglich beschlossen, das gesellschaftliche Leben von Gründonnerstag bis Ostermontag weitestgehend lahmzulegen. Man wollte unter anderem die Kirchen bitten, Gottesdienste nur online anzubieten. Auf Initiative von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde der Plan aber wieder einkassiert.
Hoesch sagte der „Heilbronner Stimme“, dass viele Gemeinden für Karfreitag und Ostern sowieso digitale Gottesdienste geplant hätten und anbieten würden, so wie dies auch an Weihnachten der Fall war.

Wechselunterricht für alle Schüler nach Ostern - Kommt eine „Testpflicht“?

Nach den Osterferien sollen alle Kinder und Jugendlichen schrittweise und unter bestimmten Bedingungen wieder in die Schulen zurückkehren können. Voraussetzung dafür sei, dass neben Lehrkräften auch Schülerinnen und Schüler zweimal die Woche getestet würden, sagte Ministerpräsident Kretschmann am Mittwoch im Landtag in Stuttgart. „Jedenfalls haben wir das Ziel, dass wir perspektivisch allen Klassenstufen eine Chance auf Wechselunterricht einräumen – unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen.“ Der grüne Regierungschef kündigte an, sich kommende Woche mit Vertretern von Eltern, Lehrern und Schulleitern zusammensetzen zu wollen. „Wenn wir möglichst viel Präsenz ermöglichen wollen, brauchen wir eine hohe Teilnahmequote an den Tests“, betonte Kretschmann. Er schloss eine „Testpflicht“ nicht aus. „Das loten wir rechtlich aus.“

Berlin

Neue Regel zu Treffen an Ostern: Zu wie viel darf man sich treffen?

Noch ist die neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg nicht verabschiedet und vieles ist noch unklar. Besonders drängend ist für viele Menschen die Frage, wie viele Personen man an Ostern treffen darf. Auf dem Corona-Gipfel war beschlossen worden, dass es keine Sonderregeln für die Feiertage geben wird.
Doch offenbar hat die Landesregierung Baden-Württemberg einen anderen Weg im Sinn: Die Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72/Grüne) hat sich zu neuen Regeln an Ostern geäußert. Demnach greift die Notbremse auch bei einer höheren Inzidenz nicht: Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen sollen die kommenden Tage auch in Gegenden mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner erlaubt sein:

Starker Anstieg der Neuinfektionen im Südwesten: Inzidenz bei 108,6

Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Corona-Pandemie in Baden-Württemberg ist deutlich gestiegen. Der Wert kletterte nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Mittwoch (Stand 16.00 Uhr) von 101,9 auf 108,6 und liegt damit nun schon klar über dem wichtigen Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.
Mittlerweile hat die Hälfte der 44 Stadt- und Landkreise die Marke 100 überschritten. Vier Kreise liegen sogar über 200. Der Kreis Schwäbisch Hall hat mit einer Inzidenz von 375,1 mit Abstand die höchsten Fallzahlen. Darauf folgen der Hohenlohekreis mit 224,6, Sigmaringen mit 208,6 und der Main-Tauber-Kreis mit 200,2. Kein einziger Kreis liegt mehr unter 50.

Wir halten euch auf dem Laufenden und informieren hier mit aktuellen Corona-News zu Ostern in BW!