• Die verschärften Corona-Regeln und der allgemein verlängerte Lockdown, der noch bis 07.03.2021 dauern soll, wirken.
  • Die Fallzahlen sinken in fast ganz Deutschland, stagnierten zuletzt aber. Vor allem in Baden-Württemberg ist die Inzidenz aber niedrig.
  • Ab einer Inzidenz von 35 sollen Lockerungen möglich sein, wurde auf dem Corona-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (66/CDU) vereinbart.

Geschlossene Restaurants und Geschäfte, Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren: Wann kommt das Ende des Lockdowns?

Geschlossene Geschäfte und Restaurants, Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren, keine Reisen. Die Maßnahmen gegen die Pandemie legen seit Monaten das öffentliche Leben lahm. Wie lange müssen die Menschen noch mit den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus leben? Wann kommt das Ende des verlängerten Corona-Lockdowns?

Ende des Lockdowns in BW erst nach dem nächsten Gipfel am 03.03.2021?

Auf dem nächsten Corona-Gipfel am 03.03.2021 mit Kanzlerin Angela Merkel (66/CDU) und der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) werden konkrete Lockerungen der strengen Corona-Regeln erwartet. Doch ob es dann schon ein Ende des Lockdowns geben wird, ist mehr als ungewiss.
Zwar sinken die Zahlen in ganz Deutschland, aber die Mutationen B117 aus England und B131 aus Südafrika könnten Träumen von einem normalen Alltag zunichte machen - sie sind deutlich ansteckender und auch potenziell schädlicher. Ihr Anteil an den Neuinfektionen in Deutschland steigt und liegt schon bei mehr als 22 Prozent. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40/CDU) sagte am Freitag, 19.02.2021, dass mittlerweile jede 5. Infektion auf die Varianten zurückgehe. Die bundesweiten Fallzahlen bewegen sich derzeit eher seitwärts.

Frühere Lockerungen des Lockdowns und der Corona-Regeln in BW?

Anders sieht das in Baden-Württemberg aus. Angesichts weiter sinkender Fallzahlen im Land stellt sich die Frage: Gibt es bei Lockerungen einen konkreten Lichtblick für die rund 11 Millionen Menschen in Baden-Württemberg? Schließlich haben - bei aller Härte der beim letzten Gipfel beschlossenen Corona-Maßnahmen - Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten ein Hintertürchen offen gelassen: Lockerungen sind ab einer 7-Tages-Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche möglich.
Für diese Inzidenz-Grenze sind die Chancen im Südwesten derzeit so groß wie in keinem anderen Bundesland der Republik: Baden-Württemberg hat laut Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell, Stand Freitag, 19.022021, mit 41,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche weiterhin die niedrigste 7-Tage-Inzidenz in ganz Deutschland.
Allerdings: Am Sonntag, 21.02.2021, stieg laut RKI die Inzidenz in BW wieder an auf 44,3 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb von 7 Tagen.
Und auch der bundesweite Stand am Sonntag, 21.02.2021 ist wieder höher. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7676 Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Außerdem wurden 145 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb 24 Stunden registriert. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 60,2.

Lockerungen in Baden-Württemberg vor dem Corona-Gipfel möglich

Damit wäre es möglich, dass - falls die Grenze in BW erreicht wird – es Lockerungen im Südwesten geben könnte. Denn entsprechend der Gipfel-Vereinbarung sollen
  • Geschäfte
  • Museen und Galerien
  • Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen
dort wieder öffnen können, wo es regional drei Tage lang nicht über 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen gibt.
Arne Braun, Vizeregierungssprecher der Landesregierung von Baden-Württemberg, sagte auf Anfrage, dass eine Öffnung des Einzelhandels unter Bedingungen möglich sei, falls die 7-Tage-Inzidenz im Land stabil unter 35 sänke. In einem nächsten Schritt wären Öffnungen von Museen und Bibliotheken denkbar. Es gebe also eine Perspektive. Arne Braun schränkt allerdings ein, dass es sich ganz klar um eine „Wenn - Dann“-Regelung handle. Soll heißen, dass mögliche Öffnungen ab der 35.er Grenze auch wieder zurückgenommen werden könnten: „Hier muss man vorsichtig sein, durch die Mutationen baut sich eine weitere Welle auf.“

Video Perspektiven für den Einzelhandel gefordert

Was Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu Öffnungen und Lockdown sagt

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72/Grüne) sagte am Mittwoch, 17.2.2020, Modellrechnungen kämen zu dem Schluss, dass Baden-Württemberg als erstes Land den Wert von 35 erreichen könnte, und zwar "möglicherweise schon gegen Ende der nächsten Woche", sagte Kretschmann. Er betonte zugleich, er werde sofort reagieren, sollten die Zahlen wieder nach oben schnellen.
Der Grünen-Politiker fasst - falls die Zahlen weiter sinken - eine baldige Öffnung des Einzelhandels ins Auge. "Sollten wir stabil die 35 erreichen, das heißt, sollten wir diese Inzidenz im Land über mehrere Tage - zwischen drei und fünf Tagen am Stück - unterschreiten, dann werde ich weitere Öffnungsschritte veranlassen."

Restaurants und Gastronomie müssen vielleicht noch länger warten

Weniger gut sieht es bei Restaurants und der Gastronomie allgemein aus. Dem Sprecher zufolge sind in Baden-Württemberg in diesem Bereich leider keine Lockerungen angedacht. Ob die Gastronomie überhaupt nach dem 7.03.2021 öffnen darf ist unklar, denn im bisherigen Gipfel-Plan für Lockerungen bei einer Inzidenz von 35 kommt sie schlichtweg nicht vor.
Allerdings gibt es auch bei diesem Thema Bewegung: Der Virologe Hendrik Streeck hat vorgeschlagen, Restaurants testweise zu öffnen und „diverse Hygienemaßnahmen, von der Distanz zwischen den Tischen über die Lüftung bis hin zur Kontaktnachverfolgung“, auf den Prüfstand zu stellen. Anstelle der Fixierung auf die Infektionsinzidenz regte Streeck ein Ampelkonzept an. Abhängig von der Belegung der Kliniken mit Covid-19-Patienten, der nach Altersklassen unterteilten Zahl von Neuansteckungen und dem Reproduktionsfaktor sollte sie jeweils auf Rot, Gelb oder Grün gestellt werden.

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