Die Temperaturen steigen, viele Menschen sehnen sich nach der Düsternis der Corona-Krise nach Licht, Spaß, Bewegung und Erholung im Freien. Hier dürften die Freibäder bald ein begehrter Hotspot werden, zumal die Badesaison schon längst hätte beginnen sollen und für viele Familien der Pfingsturlaub flach fällt und der anstehende Sommerurlaub ebenfalls ausfallen könnte.
Jetzt ist quasi „Land in Sicht“ in Sachen Badespaß: – also auch das Freibad Biberach. Noch ist das Bad geschlossen, weil die Stadtwerke Biberach auf das „Go“ der Landesregierung warten, wie es diese Woche dort hieß. Unsere Anfrage beim Staatsministerium ergab nun: Am Mittwoch hat der Lenkungsausschuss die Vorgaben für die Betreiber noch einmal überarbeitet, am Donnerstag wurden sie veröffentlicht. Damit hätte das Biberacher Freibad endlich das ersehnte „Go“.

Alles schon fertig: Das ist der Stand im Freibad Biberach

Wie ist der Stand im Freibad in Biberach? Eigentlich sollte es traditionsgemäß schon am 1. Mai öffnen, berichtet Joachim Isenmann, Teamleiter Bäder bei den Stadtwerken Biberach (SWBC). Doch das war unmöglich angesichts der bisherigen Verordnungen der Regierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Es waren und sind zum Teil noch strenge Kontakt- und Abstandsregeln angeordnet. Und das gilt eben auch für Biberachs grüne Erholungsinsel, das beliebte Freibad an der Memminger Straße.

Freibad noch nicht offen – aber alles ist vorbereitet

„Bei uns läuft natürlich schon lange die ganz normale Vorbereitung auf die Badesaison 2020“, berichtet Joachim Isenmann auf Anfrage. Alles sei gereinigt, das Wasser sei gechlort und schon in den Becken, die Umwälzpumpen und der Ringstrom seien in Betrieb. Auch die Wasserwerte seien gemessen und in Ordnung.
Lediglich die Beheizung der Schwimmbecken, beziehungsweise des Wassers sei noch nicht eingeschaltet. „Wir sind soweit fertig, dass wir den Betrieb innerhalb von zwei Tagen hochfahren und das Freibad öffnen könnten“, sagte Isenmann bereits vor einigen Wochen zur aktuellen Lage im Bad.
Das Gelände und die Installationen seien ebenfalls fertig, berichtete Isenmann. Da das Hallenbad, das jetzt wieder begrenzt in Betrieb ist, lange geschlossen war und mithin Mitarbeiter mehr Zeit gehabt hätten, habe man dieses Jahr die Gartenarbeiten und zum Beispiel auch Schreinerarbeiten selbst vorgenommen, um alles für die Saison 2020 aufzubereiten. Soll heißen: Eigentlich könnte es sofort losgehen.

Kreis Biberach / Kreis Ravensburg

Reduzierter Betrieb, falls das Freibad geschlossen bleiben muss

Auch auf die lange Zeit vor der jetzt anstehenden Öffnung hatte Joachim Isenmann sich mit seinem Team eingestellt. Er ging in einen reduzierten Betrieb, um die Energiekosten niedrig zu halten. Dann laufen nur die Desinfektion und die Umwälzung des Wassers. Das spare 80 bis 90 Prozent ein, und sollte eine Öffnung genehmigt werden, benötige man so ebenfalls nur zwei Tage Vorlauf, bis der Badespaß beginnen kann.

Öffnung des Schwimmbads vermutlich nur mit Beschränkungen

Sobald die Öffnung des Freibades genehmigt wird, dürfte es natürlich wie für alle öffentlichen Räume Beschränkungen geben, damit das Coronavirus sich in dem zu erwartenden Plantsch- und Badetrubel nicht verbreiten kann. Dazu gibt es Joachim Isenmann zufolge bereits Empfehlungen des Bäderverbandes für einen Betrieb in der Pandemie. Er nennt einige Beispiele:
  • Im Nichtschwimmerbecken müssen 2,7 Quadratmeter für jede Person zur Verfügung stehen
  • Im Schwimmerbecken sind 4,5 Quadratmeter pro Kopf vorgesehen.
  • In den Gebäuden müssen bestimmte Abstände eingehalten werden.
Isenmann und sein Team haben diese Empfehlungen für die Bedingungen im Freibad Biberach berechnet und vorbereitet. Das heißt, es werde berechnet, wie viele Menschen gleichzeitig in die Becken dürfen, und wie die Abstandsregeln im Foyer, den Umkleiden und den Duschen eingehalten werden können. Wegen der neuen Regeln, welche jetzt am Donnerstag von der Landesregierung hinzugekommen sind, ist gegebenenfalls noch einmal eine neue Berechnung nötig.

Auslastung wird 2020 geringer

Der Leiter der Bäder in Biberach war schon im April sicher, dass die Freibäder irgendwann öffnen würden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass den ganzen Sommer keiner Baden gehen darf.“ Aber die Auslastung der vergangenen Jahre werde man in Biberach wohl nicht erreichen.
  • Im Supersommer 2018 habe man in der gesamten Saison rund 44.000 Besucher im Freibad Biberach gehabt, pro Tag seien es 368 Badegäste gewesen.
  • 2019 waren es insgesamt 37.000 und 369 Besucher pro Tag.
„2020 werden es sicher weniger sein, wir nehmen das wie es kommt“. Natürlich würde das für 2020 finanzielle Einbußen bedeuten. Jedoch ist Isenmann sicher, dass man die Verluste durch einen vorausschauenden Betrieb reduzieren könne. Etwa, indem er mit Hilfe der Computersteuerung den Pumpenbetrieb an die Besucherzahl oder die Wetterverhältnisse anpasse. Das könne Defizite durch weniger Einnahmen bei den Eintrittskarten verringern.

Langes Warten auf die Erlaubnis der Regierung

Die Betreiber von Bädern in ganz Deutschland, haben lange auf das grüne Licht der Regierung für den 6. Juni gewartet, sie erwarteten Planungssicherheit. „Wir brauchen ein eindeutiges Signal“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB), Christian Ochsenbauer, angesichts des hohen Aufwandes imende April. In einigen Kommunen habe man bereits entschieden, auf die Öffnung 2020 ganz zu verzichten, sagte Ochsenbauer.

Fakten zum Biberacher Freibad

Das Schwimmbad in Biberach liegt an der Memminger Straße direkt neben dem Hallenbad. Einige Fakten und Zahlen:
  • 1200 Quadratmeter große Kombibecken
  • Riesenrutsche
  • Strömungskanal
  • Wasserliegen
  • Sprudler
  • Wasserpilz
  • Liegefläche: etwa 16.000 Quadratmeter
  • Separater Eltern-Kind-Bereich
  • Sporteinrichtungen
  • Beach-Volleyball
  • Badminton
  • Tischtennis
  • Kiosk mit Terrasse
  • Der Hallensprungbereich ist von Dienstag – Sonntag kostenlos mitzubenutzen
  • Veranstaltung von Aktionstagen und Kino-Open-Air auf dem Freibad-Gelände
Der Wasserpilz im Biberacher Freibad.
Der Wasserpilz im Biberacher Freibad.
© Foto: Johannes Riedel

Das sind die Eintrittspreise und Öffnungszeiten und die Adresse des Freibads Biberach

Ob die Eintrittspreise und die Öffnungszeiten für die Badesaison – theroretisch möglich ab 6. Juni 2020 – gleich bleiben oder wegen der aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise anders gestaltet werden, ist Isenmann zufolge noch nicht klar, das hänge gerade bei den Dauerkarten auch von der Entwicklung der Corona-Krise ab. Zurzeit gelten laut der Internetseite der Stadtwerke Biberach für das Freibad folgende Eintrittspreise (Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt):
Einzeleintritt
  • Erwachsene: 3,40 Euro
  • Jugendliche (6-16 Jahre) 2,10 Euro
  • Ermäßigt: 2,10 Euro
  • Familien: 6,80 Euro
Saisonkarten
Erwachsene: 85 Euro
im Vorverkauf: 77 Euro
Jugendliche: 50 Euro
im Vorverkauf: 45 Euro
Ermäßigt: 50 Euro
im Vorverkauf: 45 Euro
Familien: 125 Euro
im Vorverkauf: 115 Euro
Bisher gelten laut der Website folgende Öffnungszeiten:
  • Frühbader (Montag - Freitag): 7 Uhr - 8 Uhr
  • Täglich 9 Uhr - 19 Uhr, beziehungsweise 20 Uhr
Die Adresse:
Memminger Straße 71
88400 Biberach
Telefon 07351 52997-446

Kein Risiko einer Corona-Infektion über das Wasser

Übrigens: Das Risiko einer Ansteckung im Wasser von Schwimmbädern gibt es nicht, sagt die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen. Alles deute darauf hin, dass Viren durch Chlor sicher abgetötet würden. Darüber hinaus sind Schwimmbäder jedoch ein normaler öffentlicher Raum wie Schulen, Kindergärten, Verwaltungen und Universitäten. Somit gelten dort die gleichen Ansteckungsrisiken.