Künzelsau / dpa  Uhr

Zeitenwende beim Schraubenhändler Würth: Am Montag soll bei einer Betriebsversammlung die erste Betriebsratswahl angestoßen werden. Dort wird der Wahlvorstand gewählt, der in den kommenden Wochen die Abstimmung über die Mitglieder des neuen Gremiums organisiert. Damit bekommt die Adolf Würth GmbH & Co KG mit ihren knapp 7200 Beschäftigten erstmals einen Betriebsrat mit seinen gesetzlichen Rechten und Pflichten.

Bislang wurden die Mitarbeiter der Kerngesellschaft der Würth-Gruppe durch einen Vertrauensrat ohne gesetzliche Rechte und Pflichten vertreten. Weltweit arbeiten gut 77 000 Menschen für den Konzern, ein knappes Drittel davon in Deutschland.

Im Vorfeld hatte eine Initiative für Unruhe gesorgt, bei der auch ein AfD-Mitglied aktiv ist. Die Einladung zur Betriebsversammlung war von anderen Mitarbeitern angestoßen worden, die den internen Querelen ein Ende setzen wollen. Der Vorgang erinnert an die Betriebsratsgründung beim Softwareunternehmen SAP vor 13 Jahren. Dort hatten Gewerkschaften die Wahl allerdings gegen den Willen der Belegschaft durchgesetzt.