Ulm / swp  Uhr
Die Datenübermittlung am Einsatzort der Polizei lief bisher über Funk. Das soll künftig vermehrt Smartphones übernehmen. Herausforderungen sind Datenschutz und Funklöcher.

Kfz-Kennzeichen und Personendaten fragen die meisten Polizisten in Baden-Württemberg bisher per Funk an. Kollegen im Büro suchen die Informationen am Computer heraus und geben diese mündlich an den Kollegen weiter. Das ist meist umständlich, kann dauern und auch zu Fehlern führen. Das soll sich künftig ändern – und zwar durch das Abfragen von Daten mithilfe von Smartphones.

Wie viele Smartphones sind in Baden-Württemberg im Einsatz?

Rund 1000 Stück hat das Innenministerium laut Schwäbische Zeitung in Baden-Württemberg verteilt. 2016 wurde das Projekt „Mobile IT“ eingerichtet. Bis Ende 2020 sollen es 4000 werden, damit wären die Streifenbesatzungen nahezu flächendeckend ausgestattet, schreibt die Schwäbische weiter. In Bayern sind es bereits jetzt 5000.

Neue Technik: Was können die Polizisten mit den Smartphones machen?

Mit den Smartphones können die Polizisten am Einsatzort Datenbanken und andere Meldesysteme direkt abfragen sowie Berichte und Fotos sofort ans Revier übermitteln. Eine große Herausforderung ist das Thema Sicherheit und Datenschutz, denn persönliche Daten wie Vorstrafen werden über das mobile Telefonnetz abgerufen.

Die Polizei ist wegen Ermittlungen zur Zeit über Heidenheim im Einsatz.

Durch die Anbindung an die dienstlichen E-Mail-Accounts sei aber ein gesicherter Austausch von Fahndungsbildern und sonstigen Informationen mit den Führungs- und Lagezentren sowie anderen Streifen oder der Dienststelle möglich, heißt es auf der Internetseite des Innenministeriums.

Polizei Ulm: 42 Smartphones im Einsatz

Die Polizei Ulm hat laut Angaben eines Pressesprechers seit März 42 Smartphones im Einsatz. Damit könnten die Beamten Fahndungsfotos und Ermittlungshinweise schnell austauschen. Eine besondere Herausforderung ist der sichere Austausch der Daten, schreibt ein Pressesprecher der Polizei Ulm. Der Einsatz der Smartphones wurde in den Polizeipräsidien Aalen, Ludwigsburg und Reutlingen getestet.

Auf der A8 sind am Dienstag bei Wendlingen vier Lkw auf ein Stauende gekracht. Dabei wurden drei Autos aufeinander geschoben. Der mutmaßliche Unfallverursacher wurde lebensgefährlich, ein anderer leicht verletzt.

Und was machen die Polizisten, wenn sie in einem Funkloch stecken? „Wenn kein Empfang für einen Datenaustausch besteht, werden weiterhin die schon vorher bestehenden Möglichkeiten wie der Digitalfunk genutzt“, so der Pressesprecher.

WhatsApp dürfen Polizisten nicht benutzen

Im Frühjahr 2018 wurde in Baden-Württemberg bereits ein Messenger getestet, der aufgrund technischer Probleme gestoppt wurde. Viele Polizisten nutzten als Notlösung WhatsApp. Aber das ist offiziell untersagt ist.

Eine bundesweite Vorreiterrolle nimmt Baden-Württemberg laut Internetseite des Innenministeriums durch die Entwicklung einer App ein, die den Zugriff auf das Einsatzleitsystem der Polizei ermöglicht. Eine Streife kann dann in Echtzeit Einsatzdaten mitlesen, also erkennen, wo ein Einbruch oder Unfall gemeldet wurde. Außerdem können die Beamten die Standorte anderer Einsatzfahrzeuge abrufen. Bislang können nur Leitstellen und Reviere online auf diese Daten zugreifen. Sie werden per Funk an die Kollegen im Einsatz weitergegeben.

Am Mittwoch haben die beiden Angeklagten im Prozess um den Raubmord am Ulmer Eselsberg erstmals ausgesagt.

Es war ein langer Kampf durch Behörden und Institutionen, bis Hans Jakob seinen Arbeitsvertrag bekam. Der 18-Jährige kam mit Trisomie 21 (Down Syndrom) zur Welt.