Memmingen Baby nach Schüttelattacke blind - Urteil gegen Vater erwartet

Der Eingang des Memminger Landgerichtes.
Der Eingang des Memminger Landgerichtes. © Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Memmingen / lsw 12.07.2018

Im Prozess gegen einen Vater wegen Misshandlung seines Babys wird am Freitag das Urteil erwartet. Der 37-Jährige hatte zugegeben, dass er das etwa sechs Monate alte Mädchen so heftig geschüttelt hat, dass es erblindete und schwerste Hirnschädigungen davontrug. In dem Verfahren vor dem Landgericht Memmingen will die Strafkammer zunächst noch einen Kripobeamten als Zeugen vernehmen (8.30 Uhr), danach sollen die Plädoyers gehalten und das Urteil verkündet werden.

Der Verteidiger des in Untersuchungshaft sitzenden Deutschen hatte zu Beginn des Verfahrens für seinen Mandanten eine Erklärung verlesen und gesagt, dem 37-Jährigen sei klar, dass er das Leben seines Kindes zerstört habe. Auslöser der Tat im Haus der Eltern des Angeklagten in Bad Wörishofen war, dass das Baby nachts geschrien hatte und der Vater Ruhe haben wollte. Der Mann verwies auf schwierige Familienverhältnisse und darauf, dass er mit zwei kleinen Kindern überfordert gewesen sei. Nach der Tat legte er das mit einer Hirnblutung schwer verletze Kind wieder ins Bettchen und alarmierte erst am nächsten Morgen den Rettungsdienst. Dem Vater drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Kind ist Pflegefall

Die inzwischen zwei Jahre alte Laura hat nicht nur das Augenlicht verloren, sie ist auch an Armen und Beinen gelähmt. Sie wird nie sprechen können und ihr Leben lang ein Pflegefall bleiben. Immer wieder müssen sich Mütter oder Väter vor Gericht verantworten, weil ihr Kind ein Schütteltrauma erlitten hat. Viele Babys sterben daran. Mehrere Initiativen klären Eltern über das gefährliche Schütteln auf.

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