Anklage Anschlag auf Moschee war Mordversuch

An einer Wand und der Tür einer Moschee sind Brandspuren zu sehen. Unbekannte hatten am 09.03.2018 Brandsätze, sogenannte Molotowcocktails, in das Gebäude geworfen.
An einer Wand und der Tür einer Moschee sind Brandspuren zu sehen. Unbekannte hatten am 09.03.2018 Brandsätze, sogenannte Molotowcocktails, in das Gebäude geworfen. © Foto: Sina Schuldt/dpa
Lauffen/Neckar / Hans Georg Frank 03.01.2019

Der Tod des Imams und seiner Frau sei „zumindest billigend in Kauf genommen“ worden, stellten Ermittler nach dem Anschlag auf die Moschee in Lauffen am Neckar (Kreis Heilbronn) fest. Das Paar hatte im März 2018 in den Räumen der Islamischen Gemeinschaft übernachtet, als drei Brandsätze durch die Scheibe geworfen wurden. Die „potentiellen Todesopfer“ seien aufgewacht und hätten das Feuer löschen können, heißt es in der Anklage.

Ab 8. Januar müssen sich zwei Syrer und ein Türke vor dem Landgericht Heilbronn wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung verantworten. Die Kammer hat für den Prozess neun Verhandlungstage bis 13. Februar angesetzt.

Das Landeskriminalamt geht davon aus, dass der Anschlag als „Rache für die Folgen eines Militäreinsatzes der türkischen Armee im syrischen Ort Efrin“ gedacht gewesen sei. Das Gebäude hätte in Brand gesteckt werden sollen. Dabei hielten sich in den 40 Wohnungen der oberen Etagen des Gebäudekomplexes mindestens 53 Personen auf.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel