Böblingen / lsw  Uhr

Die Verhandlungen in der Tarifrunde für den Einzelhandel in Baden-Württemberg werden am Montag in Böblingen fortgesetzt. Beim Auftakt Mitte April hatte es keine Annäherung gegeben. Nun wollen die Arbeiter nach den Worten der Geschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, ein Angebot auf den Tisch legen. Dass der Verband die Forderungen der Gewerkschaft erfüllt, ist allerdings kaum zu erwarten. Die Arbeitgeber hatten den Anspruch beim Auftakt der Gespräche als unangemessen zurückgewiesen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert in Baden-Württemberg wie in vielen andern Bundesländern eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent. Außerdem soll das tarifliche Mindesteinkommen bei mindestens 2100 Euro festgelegt werden. Ein zentrales Anliegen von Verdi ist es, die Allgemeinverbindlichkeit wiederherzustellen. Übersetzt heißt das, dass die Tarifverträge verpflichtend für alle Arbeitgeber einer Branche gelten. Anfang der 2000er Jahre war die Allgemeinverbindlichkeit im Einzelhandel von Arbeitgeberseite aufgekündigt worden. Seitdem halten sich laut Verdi immer weniger Händler freiwillig an den Tarifvertrag.

In Baden-Württemberg betrifft die Verhandlung rund 490 000 Beschäftigte, bundesweit sind es laut Verdi 3,1 Millionen.