Land am Rand Ätzende Bonbons

Vorsicht bei Wurfsendungen: Ein Waschmittelproduzent hatte da ein ganz besonderes Werbe-Bonbon zu bieten.
Vorsicht bei Wurfsendungen: Ein Waschmittelproduzent hatte da ein ganz besonderes Werbe-Bonbon zu bieten. © Foto: © Aleksandr Mokhnachev/Shutterstock.com
Ulm / Alisa Grün 11.09.2018

Was war das nur für ein Glücksgefühl … damals, als Kind. Wenn die Tankuhr im Auto gen Null tendierte und die Eltern die nächste Tanke ansteuerten. Nicht etwa, weil anschließend wieder Kilometer um Kilometer weitergefahren werden konnte, sondern weil dabei meist eine zuckersüße Leckerei raussprang: die Wunderkugel.

Nach und nach färbte sich die Zunge bei ausdauerndem Lutschen des Bonbons von Blau über Grün bis hin zu Violett. Jeder Farbwechsel wurde mit feixendem Zunge-raus-Strecken den Geschwistern präsentiert. Erklärtes Ziel: den Kaugummi-Kern erreichen. Da reichten gefühlt dreimal Kauen, schon war der Geschmack verflogen. Heute sind die bunten Wunderkugeln nur noch selten zu finden. Als dreifachen Kaugummi-Bonbon-Spaß wird die Leckerei, die man lutschen, zerbeißen und kauen kann, noch online vertrieben. Blitzschnell gelangt sie dann per Post direkt in den eigenen Briefkasten.

Genau so fanden Proben sogenannter Waschmittel-Pods den Weg in die Haushalte. Sie bestehen aus portioniertem Flüssigwaschmittel, das Hautreizungen und Augenschäden verursachen kann. Dreifache Waschwirkung des Konzerns Procter & Gamble eben. Das wurde der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg dann doch zu bunt. Kinder könnten die wasserlöslichen Beutelchen leicht mit Bonbons verwechseln. Das Landgericht in Frankfurt verbot daher vorerst die ungefragte Werbe-Zusendung. Gut so! Denn zu einer grünen, blauen und violetten sollte sich bitte nicht noch eine verätzte Zunge hinzugesellen.

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