Nochmal schreiben oder nicht? Das müssen binnen 24 Stunden bis Donnerstagmittag jene Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg entscheiden, die am 6. Mai im Fach Gemeinschaftskunde die schriftliche Abiturprüfung abgelegt haben.

Abi 2019: Die Panne bei der Gemeinschaftskunde-Prüfung

Dabei hatten die Schüler die Wahl: Aufgabe eins war zum Thema Integration gestellt, Aufgabe zwei zu den „Herausforderungen der Friedenssicherung 70 Jahre nach Gründung der Nato“. Dabei war  gefordert, die Bedeutung der Nato für die Friedenssicherung anhand eines Kategorienmodells zu erklären. Nur: Nicht alle Schüler kannten den Begriff, was sie ans Kultusministerium meldeten. „Lehrer haben auf Rückfrage bestätigt, dass der Begriff teils nicht eingeführt wurde“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums. Er steht jedoch im Bildungsplan.

Abitur-Prüfung wiederholen?

Um Betroffenen einen Nachteil zu ersparen,  hat das Kultusministerium sich etwas ausgedacht. Schüler erhielten am Mittwoch eine Erklärung mit zwei Varianten, die sie tags darauf abgeben müssen. Variante eins: die Bewertung wird akzeptiert, ohne Kenntnis der Note. Variante zwei: Die Prüfung wird wiederholt – am Freitag, 17. Mai.

Von den 37 Gymnasium im Bereich des Regierungspräsidiums Tübingen, zu dem Ulm und der Alb-Donau-Kreis gehören, an denen Abitur-Prüfungen in Gemeinschaftskunde geschrieben wurden, haben 29 den Begriff nach eigenen Aussagen nicht eingeführt. Insgesamt sind 243 Abiturienten betroffen - nur 17 wollen die Prüfung wiederholen.

Abi-Panne: Eltern sind empört

Den Vorgang finden vor allem Eltern „unfassbar“, wie ein Vater aus Göppingen und ein Vater aus Ulm unserer Zeitung sagten. Von den Lehrern will das Ministerium wissen, warum das „Kategorienmodell“ unter den Tisch fiel. „Dem gehen wir nach“, sagt die Pressesprecherin.

Das Abitur 2019 war mehrfach groß im Gespräch. Besonders das Mathe-Abi sorgte für Diskussionen. In mehreren Bundesländern, darunter Bayern, beschwerten sich Schüler, dass die Aufgaben zu schwer gewesen seien.

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