Zwei mutmaßliche Rädelsführer der rechtsextremen Gruppe Autonome Nationalisten Göppingen (ANG) stehen ab Donnerstag erneut vor dem Stuttgarter Landgericht. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil vom Sommer 2015 gegen die Neonazis kassiert. Laut BGH konnte nicht rechtsfehlerfrei belegt werden, dass es sich bei der ANG um eine kriminelle Vereinigung handelt.

Im Sommer 2015 waren vier Männer zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht warf drei von ihnen Gründung und Rädelsführerschaft und einem die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor. (Az. 8 KLs 3 Js 93519/13)

Bei zwei der Angeklagten wurden die Verfahren einvernehmlich eingestellt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte. Die anderen beiden im Alter von 26 Jahren und 38 Jahren legen es laut Anklagebehörde allerdings auf einen Freispruch an und bestanden auf eine erneute Hauptverhandlung. Der Fall wird von einer anderen Kammer des Landgerichts komplett neu verhandelt.

Die Polizei hatte die Männer im Februar 2014 bei einer großangelegten Razzia festgenommen. Dabei stellten die Ermittler Propagandamaterial sowie Schlag- und Schusswaffen sicher. Die ANG gilt als besonders militante Gruppierung. Ende 2014 wurde sie in Baden-Württemberg verboten.