Brand in Haus Horb: Fußballer retten Mann aus Feuer

Marius Tittjung.
Marius Tittjung. © Foto: Manuel Fuchs
Horb / Manuel Fuchs 12.02.2019
Als neben dem Sportplatz in Dettingen ein Feuer ausbricht, zögern die Kicker nicht lange – und holen einen 54-Jährigen aus dem Haus.

Nach dem Feuer in der Obdachlosenunterkunft: Der Geruch von verkohltem Holz und nassen Möbeln wabert auch am Morgen danach noch um das Holzhaus. Marius Tittjung, 19 Jahre alter Jura-Student und Fußballer bei der Spielgemeinschaft Rexingen/Dettingen, war dabei, als am Montagabend der Brand ausbrach.

Tittjung trainierte mit seiner Mannschaft bei Flutlicht auf dem Dettinger Sportgelände neben der Obdachlosenunterkunft. „Als Erstes hat unser Trainer Leo Klein den Brand erkannt, da es oben aus dem Dachgeschoss geraucht hat und man unten Feuer gesehen hat“, so Tittjung.Die Mannschaft habe sich gleich aufgeteilt: Einige sind zum Haus, um zu helfen, andere alarmierten die Feuerwehr. Natürlich hätten sie erst einmal an der Haustür geklingelt, dass alle rauskommen, so Tittjung. Aus der einen Hälfte des Hauses seien die Bewohner dann vor die Haustür gerannt, doch aus der anderen Hälfte habe niemand auf das Klingeln reagiert. Zwei Fußballer stürmen daraufhin in das brennende Gebäude.

Retter schützten sich vor Feuer mit Masken

Marius Tittjung: „Geschützt haben wir uns mit Mützen und Skimasken, die wir beim Training wegen der Kälte sowieso anhatten und dann über Nase und Mund gezogen haben.“ Ein Bewohner kam zu diesem Zeitpunkt ebenfalls ins Freie. „Ein anderer wollte das Feuer selber löschen“, erzählt Tittjung.Es ist der 54-Jährige, in dessen Wohnung der Brand nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse ausgebrochen ist. Dieser versucht weiterhin fieberhaft, eigenhändig zu löschen.

Ein gleichaltriger Mannschaftskamerad Tittjungs geht daher noch einmal nach oben zur brennenden Wohnung und erleidet dabei eine leichte Rauchvergiftung.

Im letzten Moment gerettet

Endlich haben die Fußballer nun Erfolg: „Wir haben ihn extrem oft anschreien und rufen müssen, damit er endlich rauskam“, berichtet Marius Tittjung. „Zwei Minuten, nachdem er draußen war, hat es einen Schlag getan, und dann ging es richtig los mit dem Feuer!“ Der Brand greift nun auf das gesamte Obergeschoss über.

Mannschaft unter Schock

Danach waren Marius Tittjung und seine Kameraden „ziemlich geschockt und durch den Wind“, wie er berichtet. Gemeinsam beruhigten sich dann alle im Sportheim. Tittjung: „Ich fand es gut, wie unsere Mannschaft reagiert hat. Es war natürlich sehr gefährlich, dass einige ins Haus gegangen sind, und wir hatten dabei auch Glück.“ Der 19-jährige Ersthelfer und der 54-jährige Bewohner kamen vorsorglich in eine Klinik. Was genau das Feuer ausgelöst hat, ist noch unklar. 

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