Die Nachricht schlug am Mittwochnachmittag ein wie eine Bombe: Großveranstaltungen werden wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich verboten. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben sich auf ein prinzipielles Verbot geeinigt.

Verbot von Veranstaltungen bedeutet Absage des Schützenfests

Der Beschluss bedeutet auch eine Absage des Biberacher Schützenfestes 2020. Der Vorsitzende der Biberacher Stiftung Schützendirektion, Rainer Fuchs, sowie Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler erklären in einer Mitteilung am Donnerstagvormittag: „Die Schützenwoche 2020 kann zur geplanten Zeit in der gewohnten Form nicht durchgeführt werden.“

Zwar steht der formale Beschluss der Plenarversammlung der Schützendirektion aus, aber Rainer Fuchs betont dazu: „Nachdem sich die Ministerpräsidenten eindeutig positioniert haben, ist die Vorgabe für die Entscheidung der Plenarversammlung der Stiftung Schützendirektion Biberach klar.“

Der Schwäbischen Zeitung sagte Rainer Fuchs, dass man die Entscheidung von Bund und Ländern respektieren müsse. Eigentlich habe die Schützendirektion eine Entscheidung dazu erst Ende April/Anfang Mai fällen wollen.

Könnte Schützen 2020 doch noch irgendwie stattfinden?

Schützen, „das schönste Fest der Welt“ fällt damit erstmals seit mehr als 70 Jahren, seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, aus, erstmals heißt es im Sommer nicht: „Rund um mich her ist alles Freude“. Auch das Laupheimer Kinder- und Heimatfest 2020 sowie das Ravensburger Rutenfest 2020 sind von dem Verbot betroffen.

Viele stellen sich nun die Frage, ob es doch noch eine Chance gibt für den Schützensommer 2020. Zu diesem Thema heißt es bei der Schützendirektion: „Inwieweit es nach dem 31. August noch Spielraum für bestimmte Formen der Feier im Herbst geben kann, bleibt abzuwarten. Ein Nachholen der Schützenwoche wird es aber sicherlich nicht geben.“ Tatsächlich dürfte ein verschobenes „komplettes Schützen“ angesichts der wirtschaftlichen Unwägbarkeiten kaum denkbar sein.

Entscheidung der Regierung bringt Sicherheit für Veranstalter

Viele Proben und Termine waren bereits in den vergangenen Wochen abgesagt worden, und je weiter die Zeit voranschritt, desto schwieriger wäre die Planung für Schützen 2020 geworden. Rainer Fuchs sagte denn auch der Schwäbischen, dass das Goßveranstaltungsverbot einen gewissen Druck herausgenommen habe und die Veranstalter vor Regressanforderungen schütze.

Kreis Biberach / Kreis Ravensburg

Absage ist auch ein herber Schlag für Gastronomie

„Schützen“ zählt zu den größten Stadtfesten in Oberschwaben, und für die Biberacher ist ihr „Schützen“ der absolute Höhepunkt des Jahres. 2020 sollte eigentlich wieder an neun Tagen gefeiert werden, von Freitag, 17.07. bis Sonntag, 26.07.

Die Absage ist für viele ein Desaster. Die Schützendirektion sagt dazu, dass die politische Entscheidung für ein Verbot besonders für die Kinder, aber auch für alle Beteiligten, Schützenbesucher und die Biberacher Gastronomie ein weiterer herber Schlag in diesen schwierigen Wochen sei.

Enttäuschung bei den Biberachern wegen Verbot des Schützenfestes 2020

Zurzeit werden reihenweise Großveranstaltungen abgesagt, sogar das Münchner Oktoberfest steht auf der Kippe. Die Reaktionen der Biberacher auf das Aus für Schützen 2020 in sozialen Medien drücken Enttäuschung aus, einer schrieb: „Angela hat Schützen abgesagt.“ Andere wollen sich das Fest trotzdem nicht vermiesen lassen: Bekanntermaßen gibt es an Schützen viele große und kleine private Feste in Gärten oder vor Garagen der Gastgeber, bei denen auch die Trommlergruppen des Schützenfestes zu Ständchen auftreten. Manche Biberacher haben jetzt schon angekündigt, „ihr Schützen 2020“ einfach zu Hause zu feiern. Dann wird wohl auch trotzdem vielerorts in der Stadt das Schützenfestlied „Rund um mich her ist alles Freude“ erklingen.