Illertissen / Patrick Fauß  Uhr
An der Süddeutschen Meisterschaft im Formationsspringen in Illertissen haben 14 Teams teilgenommen. Absprung ist aus 3200 Metern Höhe.

Dicht gedrängt sitzen die Fallschirmspringer in der Propellermaschine. Der 900 PS starke Motor bringt drei Teams, darunter „Futura II“ vom Illertissener Verein Paranodon, in weniger als zehn Minuten auf 3200 Meter Höhe. Das ist die Absprunghöhe für die Teilnehmer bei der Süddeutschen Meisterschaft im Formationsspringen in Illertissen.

Das Licht über der Pilotenkabine schaltet auf Grün. Die Absprungzone ist erreicht. Kameramann Marcel Abt klettert als erster aus der Maschine und hält sich außen am Flugzeug fest. Die vier Mitglieder von „Futura II“ formieren sich daraufhin an der engen Öffnung der Flugzeugtür. So, wie es die Teilnehmer am Boden und bei früheren Sprüngen bereits geübt haben.

Fallschirmspringer haben Zeit für fünf bis sechs Figuren in der Luft

Auf Kommando lassen sich alle gemeinsam in den leeren Himmel über Illertissen fallen. Der Kameramann folgt. 35 Sekunden im freien Fall bleibt den Springern nun Zeit für fünf bis sechs Figuren – zum Beispiel den Stern, bei dem sich alle an den Händen fassen. Oder paarweisen Drehungen nebeneinander. Insgesamt gibt es 38 verschiedene Figuren beim Formationsspringen. Erst kurz vor dem Start hat der Schiedsrichter den Teams mitgeteilt, welche Bilder sie springen müssen.

1200 Meter über dem Boden gibt Andreas Trögele (42), Vorsitzender des Illertisser Vereins und Chef des Teams, das Zeichen zum Auflösen der Figur. Die vier Mitglieder verteilen sich am Himmel, damit sie Platz haben, ihre Fallschirme zu öffnen. Schließlich gleiten alle sicher in die Landezone am Flugplatz des Luftsportvereins Illertissen. Es war bereits der dritte Absprung für das Team an diesem Tag.

Video Süddeutsche Meisterschaft im Formations-Fallschirmspringen

Auch für Kameramann Marcel Abt. Der 30-jährige Nersinger bringt das mit Helmkamera aufgenommene Video zum Schiedsrichter, damit der die Punkte vergeben kann. Für jede korrekt geflogene Formation erhält das Team Punkte. Insgesamt sind 14 Teams am Start.

„Der freie Fall ist mit nichts zu vergleichen“, sagt Futura-II-Mitglied Steffi Höcherl. Die junge Frau aus Dachau betreibt den Fallschirmspport erst seit vergangenem September. Am Ende des Wettkampfs hat Futura II den zweiten Platz in der Einsteiger-Klasse erreicht.

Ersatzschirm für Notfall

Springdienstleiter Etienne Kellermann (31) aus Illertissen betont, dass der Sport nicht gefährlicher sei als andere Sportarten auch. Jeder Fallschirm verfüge über einen Ersatzfallschirm, der sich automatisch öffnet, sollte der Springer bewusstlos werden oder der Hauptschirm nicht funktionieren.

Die Fahrt mit dem Auto zum Flugplatz sieht Kellermann als den gefahrvollsten Teil bei dieser Sportart. Ganz billig sei das Hobby aber nicht. Etwa 7000 Euro koste eine neue Ausrüstung, wie sie für die Teamsprünge benötigt wird.

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Illertisser Teams räumen Preise ab

Klassement Gewinner in der offenen Klasse wurde das Team „Paranodon 2019“ aus Illertissen. In der Fortgeschrittenen-Klasse siegten „Futura I“ aus Illertissen. Und bei den Einsteigern belegten „Connected 4“ aus Rheinland-Pfalz den ersten Platz.