Ein 17 Jahre alter Jugendlicher aus Bremen ist als Verdächtiger für erpresserische Sexmails ermittelt worden. Wie die Zentralstelle Cybercrime Bayern und das bayerische Landeskriminalamt am Mittwoch mitteilten, konnte der Heranwachsende trotz intensiv genutzter Methoden der Verschleierung und Anonymisierung ermittelt werden. In seinem Zimmer in seinem Elternhaus konnten die Ermittler demnach bei einer Razzia im November umfassendes Beweismittel sichern.

Der Tatverdächtige gehört den Ermittlern zufolge zu einer ganzen Reihe unabhängig voneinander agierender Täter und Tätergruppen, die für das im vergangenen Jahr gehäufte Auftreten solcher Spammails verantwortlich sein sollen. In den damaligen Nachrichten sei den Empfängern vorgespielt worden, dass ihre Computer mit Schadsoftware infiziert sei, die unbemerkt Videoaufnahmen über die Webcam anfertigt.

Betroffene haben nicht gezahlt

Die Täter behaupteten in den meisten Fällen, Filmaufnahmen des Nutzers beim Besuch von pornografischen Webseiten oder bei sexuellen Handlungen erstellt zu haben. Es sei dann angedroht worden, die Bilder zu verbreiten - um dies zu verhindern, sollte in Form der Kryptowährung Bitcoin Geld gezahlt werden.

Eine tatsächliche Gefahr für die Empfänger der Mails habe nicht bestanden, es sei in keinem Fall tatsächlich Schadsoftware installiert worden. Zumindest im Fall dieses Tatverdächtigen sei bisher auch keine Zahlung nachgewiesen worden. Wie ein Sprecher der Zentralstelle Cybercrime sagte, könne dies daran liegen, dass der Verdächtige nicht der Ersttäter war, sondern die Masche nachgeahmt habe.

Allein in Bayern seien wegen solcher Mails knapp 3200 Strafanzeigen eingegangen. Der Bremer Jugendliche soll für 150 Fälle der versuchten Erpressung verantwortlich sein. Außerdem soll er zahlreiche Internetserver angemietet haben und durch regelmäßig falsche oder fremde Zahlungsinformationen einen Schaden von etwa 70.000 Euro verursacht haben.

Der Jugendliche machte keine Angaben zu den Vorwürfen. Er sei nach der Razzia an seine Eltern übergeben worden. Aus ermittlungstaktischen Gründen sei der Zugriff vom November erst jetzt öffentlich gemacht worden.

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