St. Germain sagt zu

Didier Dinart weilt aktuell noch mit der französischen Handball-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in London. In gut zwei Wochen wird der Neuzugang von Atlético Madrid voraussichtlich in der Längenfeldhalle auflaufen. Foto: afp
Didier Dinart weilt aktuell noch mit der französischen Handball-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in London. In gut zwei Wochen wird der Neuzugang von Atlético Madrid voraussichtlich in der Längenfeldhalle auflaufen. Foto: afp
CHRISTIAN IPPACH 03.08.2012
Der französische Erstligist Paris St. Germain ersetzt beim EVFH-Cup den insolventen dänischen Meister AG Kopenhagen. Zwei Wochen vor Beginn des Handballturniers in Ehingen vermeldete Andreas Wax Vollzug.

Das ging schneller als gedacht: Am Dienstagmorgen hatte der AG Kopenhagen Insolvenz angemeldet und die Teilnahme am EVFH-Cup abgesagt - bereits gestern konnte Turnierorganisator Andreas Wax hochklassigen Ersatz präsentieren. Paris St. Germain geht als sechstes Team beim Handballturnier in der Ehinger Längenfeldhalle an den Start (18., 19. August). Eine Mannschaft, die in der vergangenen Spielzeit in Frankreich zwar nur Tabellenplatz zwölf belegte, sich aber für die neue Runde mit vielen internationalen Topstars verstärkt hat.

Ebenso wie die Fußballer von St. Germain, profitieren auch die Handballer von der Vereinsübernahme durch eine Investorengruppe aus Katar, die seit dem Frühjahr 2011 etwa 70 Prozent der Klubanteile hält. Mit den "Wüstenmillionen" in petto ist Paris auf Einkaufstour gegangen und hat sich "die halbe europäische Top-Elite zusammengekauft", wie Andreas Wax sagt.

Es kamen: Didier Dinart (Atlético Madrid), Marko Kopljar (RK Zagreb), Luc Abalo (Atlético Madrid), José Manuel Sierra (BM Valladolid), Mladen Bojinovic (Montpellier AHB), Antonio Garcia Robledo (Ademar León), Robert Gunnarsson (Rhein-Neckar Löwen), Ásgeir Örn Hallgrímsson (Hannover) und Samuel Honrubia (Montpellier AHB). Wahrscheinlich geht in den kommenden Tagen auch noch der Transfer von Mikkel Hansen über die Bühne. Der Top-Torjäger der WM 2011, zuletzt beim insolventen AG Kopenhagen unter Vertrag, wäre dann in der Ehinger Längenfeldhalle auch mit von der Partie.

Turnierorganisator Andreas Wax dürfte nach der Zusage von Paris ein Stein vom Herzen gefallen sein. Etwa sechs mögliche Ersatzkandidaten hatte er nach der Pleite von Kopenhagen auf dem Zettel gehabt. "Darunter war Paris mein absoluter Wunschverein", sagte Wax gestern. Geglaubt habe er an den Coup zunächst nicht. Umso erfreulicher sei es gewesen, dass es geklappt habe; und dazu auch noch so schnell. Zustande gekommen war der Kontakt über den ehemaligen französischen Nationalspieler Andrej Golic, der nun als Spielerberater tätig ist. Dass in den kommenden beiden Wochen bis zum EVFH-Cup nun alles glatt läuft, mag Andreas Wax noch nicht ganz glauben. "Ich warte nur auf die nächste Insolvenz", sagt er scherzhaft und spielt damit auf die Pleiten von Schlecker und Kopenhagen an. Ein lockerer Spruch, wie er nur von einem kommen kann, der sich seiner Sache ganz sicher ist.

Info Ein Portrait der Mannschaft von Paris St. Germain folgt in der kommenden Woche.

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