Die Situation ist wie gemalt für die Organisatoren des Skisprung-Weltcups in Titsee-Neustadt von Freitag bis Sonntag: Pünktlich zum Wettbewerb im Schwarzwald ist der zusammengekratzte Schnee aufgetragen, und Karl Geiger ist an die Spitze der Welt gesprungen. Erstmals kommt ein Deutscher als Gesamtweltcupführender an die Hochfirstschanze.

Karl Geiger ist das Zugpferd in Titisee-Neustadt

„Die Euphorie ist jetzt natürlich riesig, das merken wir auch im Vorverkauf“, sagt der Generalsekretär des Schwarzwald-Weltcups, Joachim Häfker. Trotzdem gibt es noch genug Tickets an der Tageskasse, denn bis zu 25 000 Zuschauer passen in das Stadion am Fuße der Hochfirstschanze – genau so viele wie bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf.

Und der Protagonist selbst? Der macht auch fleißig Werbung für seinen Heimwettkampf: „Im Schwarzwald hat Skispringen eine große Tradition. Dementsprechend ist die Atmosphäre dort immer toll. Und vor heimischem Publikum zu springen, macht natürlich doppelt Spaß“, sagt Karl Geiger, der die große Vorfreude auf das Springen am Titisee unter seinem breiten Grinsen nicht verstecken kann.

Weltcup-Organisatoren in Titisee glauben an Sieg von Karl Geiger

Der Generalsekretär ist jedenfalls optimistisch, dass Geiger das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtweltcup auch nach den zwei Einzelspringen am Samstag (16 Uhr) und Sonntag (15.15 Uhr/ZDF und Eurosport) tragen wird. „Der ist so gut drauf, und unsere große Schanze dürfte ihm liegen. Ich denke, dass er dort einen Sieg nach Hause bringt“, schätzt Häfker.

Doch schon jetzt ist das Skispringen von Titisee 2020 historisch: Dass die Zuschauer dort einen deutschen Gesamtführenden zu sehen bekommen, das gab es nämlich selbst zu den glorreichen Zeiten von Martin Schmitt und Sven Hannawald nicht. Vorher wurde am Hochfirst nämlich noch kein Weltcup ausgetragen.

Keine OP bei Geigers Teamkollege Markus Eisenbichler

Auf den anderen Topmann, Markus Eisenbichler, müssen Skisprung-Fans zwar noch warten, allerdings gibt es auch vom Weltmeister nach seiner Handverletzung gute Nachrichten: „Ein operativer Eingriff ist nicht notwendig“, gab Teamarzt Dr. Mark Dorfmüller aus Ulm Entwarnung. Beim folgenden Weltcup in Zakopane sollte Eisenbichler wieder starten können.

Der vorläufige Saisonhöhepunkt für das deutsche Team findet allerdings schon an diesem Wochenende im Schwarzwald statt.  Selbst das Wetter kann den Organisatoren keinen Strich mehr durch die Rechnung machen. „Die Aussichten sind ideal: minus 2 Grad und keine Wolke am Himmel. Jetzt bin ich froh, wenn es endlich losgeht, sagt Generalsekretär Häfker. Schon am Freitag ab 18 Uhr ist es mit der Qualifikation so weit. Und Karl Geiger verspricht: „Ich werde wieder angreifen.“

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Springer sind neben Karl Geiger für Titisee nominiert: Der Wahl-Schwarzwälder Stephan Leyhe, Pius Paschke, Philipp Raimund, Luca Roth aus Meßstetten und Constantin Schmid.