Der Stolz und die Freude über das märchenhafte Comeback von Skirennfahrer Thomas Dreßen erfasste das ganze Team.

Andreas Sander beglückwünschte den 26-Jährigen zum Sieg im ersten Rennen nach einem Jahr Pause wegen der schweren Knieverletzung. Josef Ferstl veröffentlichte auf Instagram ein Gruppenfoto und nannte seinen Kumpel Dreßen dort, quasi von Kitzbühel-Sieger zu Kitzbühel-Sieger, „den neuen Cowboy in der Stadt“. „Wir haben ein gutes Teamklima. Nach dem Sieg ist die Stimmung sowieso gut, das geht auf alle über. Die Stimmung versuchen wir jetzt hier in Nordamerika mitzunehmen“, sagte Sander vor der Weiterreise nach Beaver Creek.

In Colorado stehen am Freitag und Samstag wieder ein Super-G und eine Abfahrt im Rennkalender, dazu kommt am Sonntag der Riesenslalom. Vor allem für die Speedrennen sind die Verantwortlichen im Deutschen Skiverband nun guter Dinge. „Der Saisonstart war jetzt perfekt in der Abfahrt, man hat einen Sieg erreicht. Das gibt dem ganzen Team einen Push und auch eine Entlastung in der Zielsetzung“, sagte der neue Herren-Cheftrainer Christian Schwaiger der Deutschen Presse-Agentur. „Wir wollen vorne mitfahren. Jeder weiß vom Training, dass er die Leistungen von Thomas bringen kann.“

Denn in der Vorbereitung war Dreßen nur selten der Schnellste im deutschen Team. „Der Tom hatte im Training nie die Bestzeiten. Er war mal Dritter, mal Zweiter, ab und zu auch Erster“, berichtete Alpinchef Wolfgang Maier. Für die anderen bedeute der Sieg Dreßens daher: „Man kann mithalten. Man ist in der absoluten Weltspitze.“

Tatsächlich konnte Schwaiger, der nach dem Abschied von Mathias Berthold vom Speed-Chef zum Herren-Chef befördert worden ist, mit dem ganzen Wochenende zufrieden sein. Denn auch Sander kam ja wie Dreßen aus einer Verletzungspause nach einem Kreuzbandriss zurück und zeigte im Super-G als 17. eine stark verbesserte Vorstellung im Vergleich zur unbefriedigenden Abfahrt tags zuvor. Da wiederum bewies Ferstl trotz Einschränkungen an der zuletzt gebrochenen Hand als 14., dass er die Form der vergangenen Saison über den Sommer gebracht hat. Im Super-G verhinderte ein Patzer ein gutes Resultat.

Und dann ist da noch Romed Baumann, der wohl routinierteste Neuling in der Geschichte des Deutschen Skiverbandes. Der 33-Jährige fuhr in Lake Louise seine Weltcup-Rennen Nummer 280 und 281. Die ersten 279 allerdings war er für Österreich an den Start gegangen. Nach der Hochzeit mit seiner deutschen Frau, dem Hausbau in Kiefersfelden, der Geburt der zweiten Tochter und kaum noch Perspektiven in seinem Heimatland wechselte er im Sommer Pass und Verband.

Rang 15 in der Abfahrt war dann gleich mal sein bestes Ergebnis in dieser Disziplin seit zwei Jahren. „Für Romed ist das sicher Balsam auf die geplagte Seele. Das hat ihm sicher extrem gut getan“, meinte Maier.

Für die anderen gilt also ebenso, was Dreßen voller Zufriedenheit über sein Comeback sagte: „Ich glaube, wir können uns jetzt mal sicher sein, dass die Form passt.“

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