Biathlon-Weltcup in Kanada Kältekammer Canmore: Dahlmeier will weiter an WM-Form feilen

Holt sich in Kanada ihren WM-Feinschliff: Laura Dahlmeier. Foto: Sven Hoppe
Holt sich in Kanada ihren WM-Feinschliff: Laura Dahlmeier. Foto: Sven Hoppe © Foto: Sven Hoppe
Canmore / Von Sandra Degenhardt und Thomas Wolfer, dpa 06.02.2019

Selbst die arktische Kälte von phasenweise knapp unter minus 30 Grad macht Laura Dahlmeier nichts aus. „Gefrorene Haare. Mir egal“, schrieb die Doppel-Olympiasiegerin bestens gelaunt auf Instagram unter ein Foto vom Biathlon-Training im kanadischen Eisschrank von Canmore.

Doch auch die 25-Jährige ist angesichts der extremen Temperaturen dick eingepackt. Viele Skijäger schützen sich mit wärmenden Gesichtspflastern, mehr Kleidungsschichten als üblich und Lufterwärmern im Mund, um keine Gesundheitsschäden zu riskieren.

Das Wetter zwingt die Veranstalter des ersten der beiden Übersee-Weltcups in Nordamerika zu Veränderungen im Zeitplan. Die für das Wochenende geplanten Rennen werden jeweils um einen Tag vorgezogen. Die ersten beiden Einzel-Rennen am Donnerstag in der kanadischen Provinz Alberta wurden verkürzt, ein Fehlschuss wird deshalb nur mit 45 statt mit 60 Sekunden geahndet. Das Männer-Einzel wird nun um 20.20 Uhr deutscher Zeit statt gestartet. Die Frauen laufen um 22.55 Uhr, die ARD überträgt live.

„Unsere oberste Priorität ist es, die Gesundheit unserer Sportler zu gewährleisten und faire und sichere Wettkämpfe durchzuführen“, sagte IBU-Renndirektor Borut Nunar. Man lasse die kältesten Abschnitte des Kurses aus und habe die Startzeiten verschoben, um höhere Temperaturen zu erreichen. Der Sonntag, an dem die Massenstarts stattfinden sollten, ist nun Reservetag.

Bis dahin sind in Canmore Temperaturen zwischen minus neun und minus 29 Grad angekündigt. In den IBU-Wettkampfregeln ist festgelegt, dass bei weniger als minus 20 Grad kein Weltcup-Start erlaubt ist. Die für Dienstag geplante Eröffnungsfeier musste aufgrund der ungewöhnlich niedrigen Temperaturen bereits abgesagt werden.

Ohnehin finden die Rennen in Kanada und kommende Woche in Soldier Hollow/USA vier Wochen vor der WM angesichts der Reisestrapazen, des Jetlags und des geringen Zuschauer-Interesses nur bedingt Anklang. „Auf die Reiserei hat niemand richtig Bock“, sagte Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer, der den Termin so kurz vor der WM als unglücklich empfindet. Deshalb lässt WM-Gastgeber Schweden beide Weltcups aus und legt ein Trainingslager ein. Genauso macht es Frankreichs derzeit nach seiner Form suchender Star Martin Fourcade.

Dahlmeier wird nur in Kanada starten und reist dann wegen eines Trainingsblockes wieder nach Hause. Nach ihrer schwierigen Saison mit Gesundheitsproblemen in der Vorbereitung legt sie den Fokus ganz auf die WM im März in Östersund. Und da wären zwei Weltcups in Übersee zu viel. In Kanada will sie weiter an ihrer WM-Form feilen, vor allem in der Loipe. „Da fehlen noch zwei, drei Prozent. Aber ich bin auf dem richtigen Weg“, sagte die Partenkirchnerin, die zuletzt in Antholz ihren 20. Weltcupsieg gefeiert hatte.

Im deutschen Männer-Team fehlt nur der zuletzt formschwache Massenstart-Weltmeister Simon Schempp, der zu Hause weiter trainiert, um doch noch für die WM fit zu werden. Die WM-Norm hat der Uhinger schon, anders als Neu-Papa Erik Lesser. „Ich hoffe natürlich, dass meine Form ausreicht, um die WM-Norm zu schaffen. Das Training verlief auf jeden Fall gut“, sagte der 30-jährige Thüringer.

Facebook Dahlmeier

Instagram Dahlmeier

Biathlon-Weltcup Canmore

Terminkalender Biathlon-Weltcup

Biathlon-Weltverband IBU

Biathlon im Deutschen Skiverband

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel