Biathlon-Weltcup Johannes Kühn läuft auf Platz zwei

Start nach Maß in den Biathlon-Weltcup: Johannes Kühn aus Reit im Winkl wurde Zweiter hinter Martin Fourcade.
Start nach Maß in den Biathlon-Weltcup: Johannes Kühn aus Reit im Winkl wurde Zweiter hinter Martin Fourcade. © Foto: Jure Makovec/afp
Pokljuka / dpa 07.12.2018

Auf seinen bisher größten Erfolg wird Biathlet Johannes Kühn (Reit im Winkel) maximal mit einem kleinen Bier anstoßen. „Aber wahrscheinlich wird es eher nur ein Wässerchen“, scherzte sein Teamkollege Arnd Peiffer. Das Duo hatte beim Weltcup-Start im slowenischen Pokljuka doppelt Grund zur Freude: Kühn stürmte gestern im schweren Einzel über 20 Kilometer fehlerfrei hinter Frankreichs Superstar Martin Fourcade auf Platz zwei. „Ich bin super happy“, sagte Kühn. Peiffer bestritt sein erstes Rennen als Vater.

Sportlich sorgte Kühn im Nachholrennen des am Mittwoch wegen Nebels verschobenen Einzels für die Überraschung. Nach einem perfekten Schießen musste er sich nur Fourcade um 4,2 Sekunden geschlagen geben. Mit seinem ersten Weltcupsieg wäre er der erste Deutsche im Gelben Trikot seit zehn Jahren gewesen. „Ich habe letztens im Spaß gesagt, das erste ist das einfachste Rennen, um ins Gelbe Trikot zu kommen. Im Nachhinein ist es vielleicht schade wegen des Sturzes und den vier Sekunden. Aber wenn mir vorher jemand gesagt hätte, ich werde Zweiter, hätte ich gesagt: super“, meinte Kühn.

Als der siebenmalige Gesamtweltcupsieger Fourcade noch in der Aufwärmzone war, kollidierte Kühn nach dem ersten Schießen beim Loslaufen mit dem Norweger Vetle Christiansen und verlor bei einem Sturz wertvolle Sekunden. „Es war ein Unfall. Er hat sich entschuldigt. Alles ok“, sagte der 27-Jährige. Kühn hatte bereits in der Vergangenheit durch seine Laufstärke überzeugt, sich aber durch zu viele Fehler beim Schießen immer wieder um bessere Platzierungen gebracht.

Schempp knapp an Sieg vorbei

Der in der Vorbereitung durch eine Schulter-Operation gehandicapte Simon Schempp wurde starker Fünfter (+ 38,6 Sekunden). Weil er den letzten Schuss daneben setzte, verpasste der 30-Jährige einen möglichen Sieg. „Ich ärger mich schon. Aber Hut ab vor der Leistung von Johannes“, sagte der Uhinger, der wie seine Kollegen am Freitag im Sprint (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) erneut angreifen will. Der von Rückenproblemen geplagte Erik Lesser wurde 23., Benedikt Doll nur 58.

Schempps Freundin Franziska Preuß setzte auch nur den letzten ihrer 20 Schuss daneben und lief beim ersten Sieg der Ukrainierin Julija Dschyma als Zehnte als einzige Deutsche in die Top 20. Denise Herrmann, die sich am Vormittag noch etwas schlapp gefühlt hatte, schaffte bei widrigen Streckenbedingungen die zweitbeste Laufzeit, wurde aber nach vier Fehlern nur 29. Im Sprint am Samstag hofft die Oberwiesenthalerin auf bessere Schneebedingungen. „Wenn nicht so viele Scheiben stehen bleiben, kann einiges gehen“, sagte Herrmann.

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier kämpft nach ihrer gesundheitsbedingten Zwangspause wegen eines geschwächten Immunsystems um ihr Comeback. Wahrscheinlich wird sie aber erst im neuen Jahr wieder laufen. „Es entwickelt sich alles sehr, sehr gut. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dieses Jahr noch zurückkommt“, sagte der neue Co-Trainer Florian Steirer in der ARD.

Arnd Pfeiffer: Erstes Rennen als Vater

Im Glück „Ich bin Papa geworden und das ist, glaube ich, das Allerschönste und Wichtigste“, sagte Sprint-Olympiasieger Arnd Pfeiffer am Rande des Biathlon-Weltcups in Pokljuka. Im Rausch der Glücksgefühle konnte er mit Platz 52 gut leben.

Nicht fit „Ich musste mich schon zu Hause losreißen“, bekannte der Harzer. Ob er Vater eines Jungen oder Mädchens ist, sagte der 31-Jährige, der sein Privatleben unter Verschluss hält, nicht. „Frisch gefühlt habe ich mich auch nicht. Aber ich schaue nach vorne.“ dpa

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