Biathlon-Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier sorgt sich in Corona-Zeiten um ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen.
„Es ist eine ganz schwierige Zeit für den Sport. Wie viele andere Branchen auch, versucht er, sich irgendwie über Wasser zu halten. Er muss da jetzt durch, da hilft nichts“, sagte die 27 Jahre alte Bayerin im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Sie sei in gewisser Weise froh, dass sie in dieser Situation keinen Leistungssport mehr machen müsse. „Aber Sportler schaffen das, glaube ich. Auch ohne Fans jetzt, das ist nicht schön, aber die Motivation eines Sportlers sollte von innen kommen, und wenn das so ist, dann kann man mal auch eine Saison ohne Fans durchstehen“, sagte sie.
Als Corona ausbrach, war die siebenmalige Weltmeisterin gerade ein paar Tage auf Skitour unterwegs. „Ich war mit Freunden auf einer Berghütte, wir hatten die Handys ausgemacht. Nach drei Tagen haben wir die Telefone wieder eingeschaltet, und da hat uns schier der Schlag getroffen, weil innerhalb von so kurzer Zeit so viel passiert ist, da stand die Welt von heute auf morgen auf dem Kopf“, berichtete sie: „Ich habe das anfangs gar nicht so recht wahrhaben wollen.“
Mittlerweile sei alles schon Routine geworden. Die Schutzmaßnahmen erinnern sie stark an ihre Zeit im Leistungssport. „Da hieß es immer: Ihr müsst gesund bleiben, ihr dürft euch nicht irgendwo anstecken, gerade in Grippezeiten. Es hieß, wenn ihr heimfahrt an Weihnachten, bloß nicht auf den Christkindlmarkt gehen, trefft nicht zu viele Leute, ihr müsst nicht jeden umarmen“, schilderte sie ihre Erfahrungen.
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