Auch ein Fabel-Flug reichte Skispringer Markus Eisenbichler nicht ganz zum ersten Sieg. Der 27-Jährige landete bei 219,5 und grandiosen 237,5 Metern, musste sich aber wie schon bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf dem Japaner Ryoyu Kobayashi geschlagen geben.

Zu Platz eins fehlten „Eisei“ im Nebel des bayerischen Wintersport-Mekkas umgerechnet etwa 40 Zentimeter. „Das war ein geiler Sprung“, sagte Eisenbichler nach seiner Top-Weite und erklärte grinsend: „Ich habe voll attackiert und habe mir gesagt: Sieg oder Sarg. Ich bin extrem glücklich.“

Nach seiner Tagesbestweite mit sicherer Landung beim drittletzten Flug des Tages waren Eisenbichlers Teamkollegen in den Auslauf gestürmt und dem Bayern in die Arme gefallen. Die meisten der 17.500 Fans im Stadion an der Heini-Klopfer-Skiflugschanze feierten ausgelassen. Als das Ergebnis feststand, zuckte Eisenbichler kurz die Schultern, sagte „scheiße“. Doch dann freute er sich schnell wieder über seinen zweiten Podestplatz binnen zwei Tagen. Am Vortag war er Dritter geworden.

„Ich versuche einfach, die Flüge zu genießen“, sagte Eisenbichler in der ARD. Das gelingt ihm augenscheinlich. Der Tournee-Zweite war nach dem Spektakel in vier Akten in ein kleines Tief gerutscht, aus dem er sich nun aber befreit zu haben scheint. Daran hat auch Bundestrainer Werner Schuster seinen Anteil, der am Donnerstag erklärt hatte, seinen nach der Saison auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. „Ich habe am Donnerstag ein längeres Gespräch mit ihm geführt, und das hat extrem gefruchtet“, sagte Eisenbichler.

„Der Markus ist einfach unser bester Flieger“, hatte Teamkollege Stephan Leyhe den Bayern bereits nach dem ersten Wettkampf gelobt. Während „Eisei“ dies erneut unter Beweis stellte, lief es für Leyhe alles andere als gewünscht. Der in den vergangenen Wochen stabilste deutsche Springer schied bereits nach dem ersten Durchgang aus.

Karl Geiger, der 18. wurde, Richard Freitag (20.) und Martin Hamann (30.) erreichten diesen zwar, vor allem der frühere Erfolgsgarant Freitag hat jedoch andere Ansprüche. „Mir fehlen oben die ersten Meter“, sagte er. „Da fehlt mir das Fliegen, das ist mehr ein Fallen. Das macht nicht so viel Spaß.“

Noch deutlich weniger Spaß hatte Andreas Wellinger, für den es richtig mies lief. Der Olympiasieger schied nach einem Flug auf 173 Meter bereits in der Qualifikation aus und stapfte mit gesenktem Kopf und finsterer Miene durch die Mixed-Zone mit den Journalisten.

Während Wellinger an diesem Sonntag 19 Tage vor dem Start der WM weiter nach seiner Form vergangener Tage sucht, unternimmt Eisenbichler den nächsten Versuch beim Projekt erster Weltcup-Sieg. „Dann würde ich hier die Bude abreißen“, kündigte er an.

Der Zeitplan des Skifliegens in Oberstdorf

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