Biathlon-Weltcup Die großen Vier: Peiffer, Schempp, Lesser und Doll

Olympiasieger Arnd Peiffer wird über 20 Kilometer noch fehlen. Foto: Hendrik Schmidt
Olympiasieger Arnd Peiffer wird über 20 Kilometer noch fehlen. Foto: Hendrik Schmidt © Foto: Hendrik Schmidt
Pokljuka / Von Sandra Degenhardt, dpa 04.12.2018

Bei Olympia in Südkorea räumten die deutschen Biathleten ordentlich ab. Allen voran Sprint-Champion Arnd Peiffer. Doch die Erfolge von Februar zählen nicht mehr, wenn es im Weltcup wieder losgeht. Ausgerechnet der Erfolgreichste muss zunächst pausieren.

So ein Spruch ist typisch Peiffer: „Olympiasieger klebt jetzt immer an meinem Namen wie ein Doktortitel. Das ist fast schon ein bisschen lästig, man wird immer so reduziert“, sagte der Sprint-Olympiasieger mit einem Augenzwinkern über seinen größten Erfolg seiner Biathlon-Karriere im Februar in Pyeongchang. Vor dem Start in die neue Saison mit dem Einzel am Mittwoch (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) ist der historische Triumph jedoch längst Geschichte. Und auch wenn der Harzer im Klassiker über 20 Kilometer noch fehlen und erst am Freitag in seiner Paradedisziplin über 10 Kilometer angreifen wird, ist die Lust auf neue Erfolge groß.

Die größten Gegner der deutschen Skijäger werden in jedem Rennen wieder Frankreichs Superstar Martin Fourcade, der als Erster siebenmal nacheinander den Gesamtweltcup gewann, und der Norweger Johannes Thingnes Bö. Die beiden siegten im Vorjahr in 17 der 22 Weltcuprennen und ließen der Konkurrenz kaum Luft zum Atmen. „Ich weiß auch, dass die zwei, die ich in Pyeongchang geschlagen habe, besser sind als ich“, sagte Peiffer offen.

Doch die großen Vier des deutschen Männer-Teams, Peiffer und die in Südkorea ebenfalls mit olympischem Edelmetall dekorierten Simon Schempp, Erik Lesser und Benedikt Doll, wollen die Konkurrenz in dieser Saison öfter ärgern, sagte Sprint-Weltmeister Doll. Peiffer ergänzte: „Unser Team zeichnet aus, dass jeder von uns sie mal schlagen kann. Über die gesamte Saison wird das aber nicht klappen. Wenn ich die ganze Saison hinter den beiden Dritter wäre, wäre es eine Granaten-Saison.“

Das Männer-Feld ist seit Jahren leistungstechnisch eng beieinander - 30 bis 40 Athleten können aufs Podest laufen. Die Ziele der Deutschen sind trotz der Konkurrenz wie immer gleich. „Wir haben den Anspruch, in jedem Rennen das Podest anzugreifen“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner, der mit Isidor Scheurl einen neuen Assistenten an seiner Seite hat.

Die Grundlagen dafür wurden unter anderem in einem Rad-Trainingslager in den Pyrenäen mit Tour-Klassikern wie dem Tourmalet oder Col d’Aspin gelegt: 1100 Kilometer mit 20 000 Höhenmetern in acht Etappen. Nur Schempp wurde in der Vorbereitung durch eine Schulter-Operation ausgebremst, kämpfte sich aber zurück.

Die Zeichen der Zeit spüren aber auch die besten deutschen Skijäger. Hier und da zwickt es, wie Lesser erzählt. Die Belastungen sind nicht mehr so verträglich wie noch vor ein paar Jahren. Peiffer ist 31 Jahre alt, Lesser und Schempp 30, Doll 28. Die Jungen drücken aber noch nicht so nach, dass sie die in den letzten Jahren unantastbaren Vier hätten gefährden können.

Der 27-jährige laufstarke Johannes Kühn könnte bei stabileren Schießleistungen aber Ausrufezeichen setzen. Der 24 Jahre alte Philipp Horn, der am Sonntag bei seiner Weltcup-Premiere in der Mixed-Staffel in die Strafrunde musste und im Lauf gegen Fourcade nach eigener Aussage die Hose voll hatte, steht bei seinen ersten Weltcup-Einsätzen vor allem mental vor einer großen Aufgabe.

Ob Peiffer, Schempp, Lesser und Doll noch bis zu den Olympischen Spielen 2022 weitermachen, ist offen. „Ich höre lieber auf, wenn ich das Gefühl habe, es ist ok, als dass ich noch ein Jahr ranhänge, nur weil es ein Zyklus ist. Ich würde auch ein Jahr vor den Olympischen Spielen aufhören“, sagte Peiffer.

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