Garmisch-Partenkirchen / DPA

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier beendet im Alter von nur 25 Jahren ihre Biathlon-Karriere. Das teilte Deutschlands Sportlerin des Jahres 2017 mit. Nicht zuletzt die vergangene Saison hinterließ bei ihr sowohl mental als auch physisch tiefe Spuren.

„Heute bin ich an dem Punkt, an dem ich nicht weiß, was genau ich mir für ein Ziel vornehmen sollte, geschweige denn, ob es mir überhaupt wieder gelingen könnte“, schrieb die siebenmalige Weltmeisterin am Freitag auf ihrer Facebook-Seite. „Meine Entscheidung fällt mir wirklich nicht leicht und mein endgültiger Entschluss durfte nun schon länger reifen. Aber ich merke, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich gekommen ist.“ Die Entscheidung sei ihr sehr schwer gefallen.

Die deutschen Skijäger verlieren in Dahlmeier die mit Abstand erfolgreichste Athletin der vergangenen Jahre. Die Gesamtweltcupsiegerin der Saison 2016/2017 tritt nun im gleichen jungen Alter zurück wie Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner, die 2012 auch im Alter von 25 Jahren überraschend früh ihre Laufbahn beendet hatte. „Ich kann es gut verstehen, dass Laura sagt, sie macht jetzt in ihrem Leben etwas anderes“, sagte Neuner dem „Münchner Merkur“.

Rückzug Dahlmeiers hatte sich angedeutet

Dahlmeiers Schritt hatte sich angedeutet. Bereits nach den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang hatte sie Gedanken geäußert, ihre Karriere möglicherweise beenden zu wollen. Auch nach dem Saisonende im März in Oslo war sich Dahlmeier unsicher, ob es nach einem Winter mit vielen körperlichen Rückschlägen weitergeht.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann würdigte Deutschlands „Sportlerin des Jahres“ 2017: „Trotz jungen Alters hat sie in nur wenigen Jahren außergewöhnliche Kapitel Sportgeschichte geschrieben. Darüber hinaus hat sie sich mit ihrem vorbildlichen und sympathischen Auftreten für immer einen Platz in den Herzen der Sportfans erobert.“

Dahlmeiers Körper spielte nicht immer mit

Motivationsprobleme hatte Dahlmeier nie, allerdings spielte ihr Körper aufgrund der hohen Belastungen nicht immer so mit, wie sie das wollte. Im Herbst vergangenen Jahres hatte sie noch völlig entkräftet im Krankenhaus gelegen und war überzeugt, nie wieder Spitzensport betreiben zu können. Es folgten Krankheiten und Ausfälle, sie verpasste Rennen und musste sich mühsam wieder herankämpfen. Dass sie bei der WM im März im schwedischen Östersund trotz aller Rückschläge trotzdem zwei Bronzemedaillen gewann, überraschte sie selbst. „Auch heute noch habe ich nicht wieder die gleiche Power wie in den Jahren zuvor“, beschrieb Dahlmeier nun ihre Gemütslage.

2018 feierte die Ausnahmekönnerin in Südkorea zwei Olympiasiege und einmal Bronze, 2017 fünfmal Gold und einmal Silber bei der WM in Hochfilzen. Als erste Biathletin holte sie bei Weltmeisterschaften saisonübergreifend 13 Medaillen nacheinander und fünfmal Gold bei einer WM, im Weltcup feierte sie 20 Siege. Insgesamt errang Dahlmeier bei Großereignissen 18 Mal Edelmetall für den Deutschen Skiverband.

Dahlmeier verabschiedet sich auf Schalke

Ihren Abschied will Dahlmeier im Dezember bei der Team-Challenge Auf Schalke geben, um dort ein letztes Mal die Waffe zu schultern und ihre letzten Biathlonrunden zu absolvieren.

Der Deutsche Skiverband hofft derweil auf eine weitere Zusammenarbeit mit Dahlmeier. „Es wäre schön, wenn Laura uns im Biathlonsystem in irgendeiner Funktion erhalten bleibt“, sagte Bernd Eisenbichler, der Sportliche Leiter der DSV-Skijäger. Der Verband hatte darauf gehofft, dass sie ihre Karriere noch für ein, zwei Jahre fortsetzt. „Dass Laura schlussendlich diese Entscheidung getroffen hat, ist schade, aber selbstverständlich respektieren wir ihre Beweggründe“, sagte Eisenbichler.

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