Die Titelgewinne von Arnd Peiffer und Denise Herrmann sind den deutschen Biathleten noch lange nicht genug, zum Abschluss der WM in Östersund soll es für Laura Dahlmeier und Co. weitere Goldmedaillen geben.

„Wir wären schon enttäuscht, wenn wir an diesem Wochenende komplett leer ausgehen“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner vor den beiden Finaltagen in Schweden. Mit seinem Team will er am besten in allen vier Rennen Edelmetall holen: „Wir wissen, dass das nicht leicht wird, aber mit unserer Qualität in der Mannschaft, dem Anspruch und den gezeigten Leistungen ist das unser Ziel.“

Deswegen treten die Staffeln am Samstag (13.15 Uhr/ZDF und Eurosport) auch in Bestbesetzung an. Bei den Frauen ist das Quartett aus Vanessa Hinz, Franziska Hildebrand, Herrmann und Dahlmeier Titelverteidiger. Gerade Herrmann als Weltmeisterin in der Verfolgung und Dahlmeier mit zwei Bronzemedaillen haben in Skandinavien schon gezeigt, wie gut sie drauf sind. „Ich freue mich darauf! Wir werden versuchen, an unsere Leistungen anzuknüpfen“, sagte die 30 Jahre alte Herrmann.

Das Team der Männer wird von Einzel-Weltmeister Peiffer angeführt. Außerdem nominierte Kirchner die Ex-Champions Erik Lesser und Benedikt Doll sowie Roman Rees. Simon Schempp, der viele Jahre die Position des Schlussläufers einnahm, fehlt aufgrund von Formschwäche.

Fünf Medaillen gab es in acht Rennen bereits, die sechste verpassten Herrmann und Lesser als Vierte im Single-Mixed am Donnerstag knapp. Die Ausbeute von zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze könnte auch nach den Staffeln noch weiter anwachsen, denn in den Massenstarts gibt es am Sonntag mehrere deutsche Mitfavoriten. Bei den Frauen sind das Titelverteidigerin Dahlmeier und Ex-Langläuferin Herrmann, bei den Männern die erfahrenen Peiffer, Doll und Lesser.

Nachdem Doppel-Olympiasiegerin Dahlmeier zum WM-Auftakt noch erkältet auf die Mixed-Staffel verzichten musste, ist der Star des Teams fit und bereit für die letzten Starts. „Ich möchte nicht sagen, dass es sinnvoll ist, krank Rennen zu laufen, aber irgendwie hat es bei mir funktioniert“, sagte die 25-Jährige: „Es ist beeindruckend, weil es nicht normal ist. Ich bin froh, dass es jetzt wieder so gut geht.“

Zwar riss ihre Serie von zuvor 13 WM-Medaillen in Serie am Dienstag mit einem vierten Platz im Einzel, doch das trübte die Stimmung der siebenmaligen Weltmeisterin nicht. An einem freien Tag bretterte sie mit Teamkollegin Hildebrand für einen Fernsendreh mit einem Skimobil über den zugefrorenen See Storsjön. „Das war ein richtig cooler Spaß, um den Kopf frei zu bekommen“, schrieb sie bei Facebook.

Die Stimmung in der deutschen Mannschaft ist aber nicht nur wegen der bisherigen Erfolge „super gut“ und „tipptopp“, wie Dahlmeier sagte. Dazu trägt auch die ungewöhnliche Unterkunft bei. Auf fünf Privathäuser hat sich das deutsche Team mit Trainern, Betreuern und zwei Köchen in der Mitte Schwedens für zwei Wochen verteilt. Es war der Wunsch der Athleten, da es in Östersund zu wenige Hotels gibt.

Während Peiffer und Lesser als Älteste gemeinsam ein Schlafzimmer der im Urlaub befindlichen Eltern bezogen, verschlug es Dahlmeier in einem anderen Haus in ein Kinderzimmer. „Wenn man die Schublade aufmacht und das ein oder andere Spielzeug fliegt raus, ist es auch interessant“, sagte die 20-malige Weltcupsiegerin und lachte.

Vor zwei Jahren hatte Dahlmeier bei der WM in Hochfilzen noch fünfmal Gold und einmal Silber abgeräumt. Diese Traumbilanz ist nicht mehr zu erreichen, doch das sei nach einem schwierigen Jahr kein Problem. Mehrfach musste sie aufgrund gesundheitlicher Probleme pausieren, deswegen „bin ich über meine beiden Bronzemedaillen sehr glücklich“, sagte sie. Und vielleicht kommt noch weiteres Edelmetall hinzu.

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