Aiguebelette/Markgröningen WM-Gold verbessert Rollers Olympia-Chancen

Aiguebelette/Markgröningen / BZ 09.09.2015
Florian Roller aus Markgröningen hat bei der Ruder-WM in Frankreich mit dem deutschen Achter Leichtgewicht groß aufgetrumpft und Gold gewonnen. Damit sind zugleich seine Olympia-Chancen gestiegen.

Bei der Ruder-Weltmeisterschaft auf dem Lac dAiguebelette in Frankreich hat der Markgröninger Florian Roller von der Stuttgarter Rudergesellschaft Gold mit dem Deutschland-Achter Männer Leichtgewicht gewonnen. Silber ging an Frankreich und Bronze an die USA. Der Vize-Weltmeister 2014 aus Italien und die damals drittplatzierten Türken hatten gegen das deutsche Boot keine Chance.

Rollers Achter, der als Vorlaufschnellster und amtierender Weltmeister zu den Favoriten im Feld zählte, kam gleich nach dem Start unter Druck des italienischen Achters, der sich an die Spitze des Feldes setzte. Deutschland führte die Verfolger an. Die Italiener konnten ihre Führung bis zur Hälfte der 2000-Meter-Strecke behaupten, bevor das deutsche Team nach 1100 Metern den Kontakt wieder herstellte. Auf dem dritten Streckenabschnitt gelang es Roller und Co., sich von den Italienern zu befreien. Auch die Teams aus Frankreich und den USA machten nun Druck.

Der deutsche Achter behielt auf den letzten 500 Metern seine Führung und wehrte alle Angriffe der Franzosen und US-Amerikaner ab. Diese lieferten sich im Sog des Deutschland-Achters einen erbitterten Kampf um Silber. Italien fiel dagegen zurück und konnte nur noch den türkischen Achter hinter sich lassen. Deutschland holte das ersehnte Gold mit etwas über einem Bugkasten Vorsprung vor den Franzosen, die hauchdünn vor den USA auf dem heimischen Lac d'Aiguebelette Rang zwei belegten. Im deutschen Boot saßen neben Roller Tobias Schad (Bug), Simon Barr, Torben Neumann, Tobias Franzmann, Stefan Wallat, Claas Mertens, Can Temel und Felix Heinemann.

Für Florian Roller war es nach seinem letzten U-23-Jahr das erste Jahr in der offenen Männerklasse und das erste Jahr in der Riemenklasse, die im Rudersport salopp als "einarmiges" Rudern bezeichnet wird, weil der Ruderer nur ein großes Ruder mit beiden Händen greift. Der 22-jährige Leichtgewichtsruderer und Student der Luft- und Raumfahrttechnik aus Markgröningen schlug im leichten Riemenbereich des Deutschen Ruderverbands ein wie eine Rakete: Mit dem vierten Platz bei den deutschen Meisterschaften im Frühjahr im Zweier ohne Steuermann mit Tobias Schad aus Mühlheim ruderten sich beide in den Kreis der leichten Riemenruderer. Ihr Ehrgeiz wurde vom Deutschen Ruderverband mit der Nominierung für die Universiade in Südkorea und die offene Weltmeisterschaft belohnt. Jetzt konnten sie das in sie gesetzte Vertrauen mit Gold im DeutschlandAchter Leichtgewicht bestätigen.

Ab Oktober beginnen nun die Vorbereitungen für die olympische Saison. Bei den Leichtgewichts-Männern Riemen ist nur der Leichtgewichtsvierer eine olympische Bootsklasse. Für diese vertraute der Bundestrainer bei der WM auf eine Mannschaft, die gegenüber dem Vorjahr nur auf einer Position verändert wurde. Nachdem aber jener "leichte" Vierer auf dem Lac d'Aiguebelette mit dem 13. Platz ein Waterloo erlebt und die direkte Olympia-Qualifikation verpasst hat, dürften im Leichtgewichtsbereich der Männer die Karten neu gemischt werden. Roller und Schad machen sich Hoffnungen auf zwei Plätze im "leichten" Vierer für Rio 2016. Mit ihrem Achtersieg und ihren guten physiologischen Werten hat das Duo mittlerweile eine gute Ausgangssituation im Kampf um eine Nominierung.

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