Reiten Werth:  Achtes Gold war logisch

Tryon / dpa 15.09.2018

  Die Freude über das achte WM-Gold war ein wenig gedämpft. „Ich mache mir Sorgen“, sagte Isabell Werth nach dem Sieg mit der deutschen Dressur-Mannschaft bei den Weltmeisterschaften in den USA. Madeleine Winter-Schulze, die Besitzerin ihres WM-Pferdes Bella Rose, stürzte am Abend und musste ins Krankenhaus gebracht werden. „Die Stimmung ist natürlich ein bisschen getrübt“, sagte Klaus Roeser, der Equipe-Chef der Dressurmannschaft.

Eine ausgewachsene Party war ohnehin nicht geplant, denn es ging in der Dressur mit dem Einzelwettkampf weiter. Im Grand Prix Special winken weitere Medaillen. Und morgen gibt es in der Kür noch eine Chance.

Den Sieg mit der Mannschaft wusste Werth aber zunächst zu würdigen. Denn das achte WM-Gold war „ganz speziell“, wie Werth immer wieder betonte. Bella Rose ist für die Frau, die seit Jahrzehnten die Szene beherrscht, „etwas ganz Besonderes“. Die 49-Jährige aus Rheinberg, die erfolgreichste Reiterin der Welt, schwärmte von ihrer Stute: „Das Pferd hat alles drauf.“

Und der Sieg hat eine Vorgeschichte. Bella Rose war lange verletzt. Nach dem Team-Gold vor vier Jahren bei der WM in Frankreich fiel die Stute für die Einzelwettbewerbe aus, und es folgte eine lange Leidenszeit. Nach einem kurzen  Comeback beim Weltcup-Turnier im November 2014 in Stuttgart musste Bella Rose dreieinhalb Jahre pausieren.

Werth entschied sich trotzdem gegen Weihegold, mit der sie zweimal den Weltcup und dreimal Gold bei der EM in Göteborg gewonnen hatte. Sie wollte unbedingt Bella Rose reiten. Ihr „Traumpferd“, wie sie in Tryon sagte. Das Risiko hat sich gelohnt. Angeführt von Bella Rose siegte das deutsche Team und verteidigte den Titel.

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