Winterspiele Wenig Geld, aber eine Menge Ärger

Leuchtender Schneemann: Bei der Schlussfeier in Sotschi ging der Blick bereits in Richtung der nächsten Olympischen Winterspiele in Pyeongchang.
Leuchtender Schneemann: Bei der Schlussfeier in Sotschi ging der Blick bereits in Richtung der nächsten Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. © Foto: dpa
DPA 31.12.2014
Diskussionen über die Finanzierung der Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea sorgen für Unruhe. Sponsoringgelder blieben aus, Stadionbau und ein Skandal um die Tochter des OK-Chefs bereiten Ärger.

Finanzprobleme, Debatten um eine mögliche Verlegung von Wettbewerben in ein anderes Land und eine Affäre um die Tochter des OK-Chefs Cho Yang Ho: Etwas mehr als drei Jahre vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang häufen sich bei den südkoreanischen Gastgebern die Probleme. Insbesondere die Frage der Finanzierung des Prestige-Projekts Olympia rückt zunehmend in den Fokus, zumal massive Sponsoringeinbußen verzeichnet werden.

Der südkoreanische Rechnungshof machte jetzt die Einbußen beim Sponsoring öffentlich. Demnach verzeichnete das Organisationskomitee POCOG mit 3,5 Milliarden Won (2,6 Millionen Euro) 2014 lediglich 5,2 Prozent der erwarteten Einnahmen, 2013 überhaupt nichts. Stattdessen hätten die Organisatoren letztes Jahr 11 Milliarden Won und dieses Jahr 10,5 Milliarden Won an Krediten aufnehmen müssen.

Doch POCOG, das den Behördenbericht schon im November erhalten hat, gibt sich nicht alarmiert. Abgesehen von vier bestehenden Abkommen mit Sponsoren sei das Komitee im Dialog "mit verschiedenen potenziellen Partnern", sagte Sprecherin Lee Ji Hye, ohne Namen zu nennen. "Wir erwarten in naher Zukunft gute Resultate." Es passte zur derzeitigen Situation, wo gerade erst ein Streit um die Stadionkosten für Wirbel gesorgt hatte. Zumindest offiziell wurde wieder Einigkeit dokumentiert. Im Zentrum der Diskussion stand der geplante Bau eines neuen Stadions für die Eröffnungs- und Schlussfeier in Pyeongchang. Weil sich die Provinz Kangwon angesichts des Aufwands dafür und anderer Anlagen überfordert sah, drohte sie mit der Rückgabe des Austragungsrechts, sollte die Regierung nicht einen größeren Teil der Kosten schultern. Jetzt soll sie 50 Prozent der Kosten übernehmen, jeweils 25 Prozent sollen vom OK und von der Provinz kommen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte dem OK bereits nahegelegt, aus Kostengründen die Bob- und Rodelwettbewerbe in ein anderes Land zu verlegen. Doch sowohl das OK als auch die Regierung lehnten sofort ab. Die Bauarbeiten an den sechs neuen Anlagen für die Olympia-Wettbewerbe seien bereits im Gange, für eine Verlegung sei es ohnehin zu spät, hieß es.

Doch die Skepsis, die es in einigen Teilen der Bevölkerung von Kangwon gibt, wurde damit nicht aus der Welt geschafft. So forderte die Kangwon-Koalition ziviler Gruppen - ein Zusammenschluss von 26 Organisationen - in diesem Monat, den IOC-Vorschlag anzunehmen.

Hinzu kommt in Südkorea die Sorge, dass Cho, Chef der Fluggesellschaft Korean Air, seinen Posten als OK-Präsident räumen könnte und dies weitere finanzielle Folgen hätte. Hintergrund ist die Nusspäckchen-Affäre um seine älteste Tochter, die ihren Posten als Vizepräsidentin der Airline räumen musste.

Weil ihr missfiel, wie ihr Snacks kurz vorm Start einer Korean-Air-Maschine von einer Stewardess gereicht wurden, geriet sie so in Rage, dass sie das Flugzeug zur Rückkehr an die Rampe zwang. Cho und ihr Vater hatten sich zwar öffentlich für den Vorfall entschuldigt. Die Aufregung ist damit jedoch noch lange nicht vorbei.