Friedrichshafen Volleyball: VfB-Trainer Stelian Moculescu verkündet Abschied

Kehrt dem Sport zum Saisonende den Rücken: Stelian Moculescu.
Kehrt dem Sport zum Saisonende den Rücken: Stelian Moculescu. © Foto: Eibner
Friedrichshafen / MHA/DPA 18.03.2016
Der Friedrichshafener Volleyballtrainer Stelian Moculescu hat am Donnerstag seinen Ruhestand zum Saisonende verkündet. Vorher verfolgt er mit dem Bundesligisten aber weiterhin ehrgeizige Ziele.

Eigentlich könnte es für Stelian Moculescu keinen besseren Zeitpunkt für den Abschied vom Profisport geben: Der Bundesligatrainer ist mit 65 Jahren im besten Rentenalter, hat im Januar sein 40-jähriges Dienstjubiläum gefeiert und mit den Volleyballern des VfB Friedrichshafen alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Dennoch platzte die Pressemitteilung des VfB mit dem nüchternen Betreff " Moculescu verkündet Ruhestand" überraschend in die Nachrichten-Agenda. "Ich habe immer auf mein Bauchgefühl gehört", begründete der Sportdirektor und Chefcoach darin seine Entscheidung. "Es fühlt sich einfach richtig an, nach dieser Saison zu gehen."

Über Stationen beim TSV Milbertshofen und ASV Dachau war er 1997 beim VfB Friedrichshafen gelandet - und hatte den Klub zum Serien-Titelgewinner geformt. Mit dem VfB hatte Moculescu 2007 in der Champions League triumphiert. Zudem holte er mit den Häflern je 13 deutsche Meistertitel und Pokalsiege. Moculescu wurde 1950 im rumänischen Kronstadt geboren. Nach seiner Olympia-Teilnahme mit Rumäniens Volleyballern 1972 in München setzte er sich ab und blieb in Deutschland. Insgesamt zwölf Jahre war Moculescu auch Bundestrainer. Als Höhepunkt führte er die deutsche Männer-Auswahl 2008 zum ersten Mal seit 36 Jahren wieder zu Olympischen Spielen.

Zum Abschied möchte Moculescu mit dem VfB Friedrichshafen noch einmal deutscher Meister werden. "Einen 14. Titel würde ich natürlich gerne mitnehmen", sagte der 65 Jahre alte Coach. "Und dieser Aufgabe werde ich in den kommenden Wochen meine gesamte Aufmerksamkeit schenken." Am 26. März trifft Friedrichshafen im Playoff-Viertelfinale auf den derzeit noch nicht feststehenden Tabellensiebten.

Sebastian Schmidt, der Geschäftsführer der VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH, strich die enormen Erfolge unter Moculescu heraus: "Das, was Stelian in den letzten 19 Jahren für den VfB geleistet hat, ist beeindruckend." Er habe großen Respekt vor diesem Schritt. "Stelian war dabei in den letzten Wochen sehr offen und hat uns die Chance gegeben, dass seine Entscheidung für uns nicht überraschend kommt", sagte Schmidt.

Die Verhandlungen über einen Nachfolger laufen. "Wir suchen einen Trainer und sind derzeit in guten Gesprächen", sagte Wunibald Wösle, der Beiratsvorsitzende der Volleyball GmbH und Vereinspräsident. Die Ausrichtung des VfB Friedrichshafen soll sich auch nach Moculescus Abschied nicht ändern: "Wir werden um die Meisterschaft mitspielen und zwar mit einem Mix aus jungen Spielern, die auch aus der Region kommen, und erfahrenen, gestandenen Profis", versicherte Schmidt.

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