Bietigheim-Bissingen/Schwenningen Verhinderter Durchmarsch

Bietigheims Robin Just (links), hier im Zweikampf mit dem Schwenninger Philipp Schlager, fällt für den Rest der Finalserie wegen eines Fingerbruchs aus. Foto: Eibner
Bietigheims Robin Just (links), hier im Zweikampf mit dem Schwenninger Philipp Schlager, fällt für den Rest der Finalserie wegen eines Fingerbruchs aus. Foto: Eibner
Bietigheim-Bissingen/Schwenningen / CLAUS PFITZER 26.04.2013
Der Durchmarsch der Schwenninger Wild Wings zur deutschen Eishockey-Zweitliga-Meisterschaft ist gestoppt. Die Bietigheim Steelers verkürzten in der Finalserie auf 1:2. Zur Meisterschaft sind vier Siege nötig.

Die Bietigheim Steelers werden heute keineswegs nur eine Statistenrolle im vierten Spiel der Playoff-Finalserie in der mit über 6000 Zuschauern längst ausverkauften Helios-Arena in Schwenningen spielen. Dabei hatte es nach den beiden Niederlagen in der heimischen EgeTrans Arena (3:5) und in Schwenningen (1:3) danach ausgesehen, als ob den Wild Wings ein Solo zur Meisterschaft gelingen würde und sie sich schon heute (20 Uhr) mit dem vierten Sieg den Titel vor eigenem Publikum sichern könnten. Zu einseitig war die erste Partie gegen die müde wirkenden Steelers verlaufen. Doch die machten ihrem Finalpartner im dritten Spiel am Mittwoch einen Strich durch die Meisterrechnung und müssen zumindest heute den Schwenningern noch nicht zum Titelgewinn gratulieren.

Mit 5:2 brachten sich die Bietigheimer zurück in den Kampf um die Meisterschaft und erzwangen zumindest ein weiteres Spiel gegen die Wild Wings am Sonntag in der neuen Arena. Das Team von Trainer Kevin Gaudet trotzte der anhaltenden Verletzungsmisere. Neuestes Opfer ist Robin Just, der sich einen Finger gebrochen hat und für den Rest der Finalspiele ausfällt.

"Ich bin stolz, diese Mannschaft trainieren zu dürfen", strahlte Gaudet nach dem ersten Sieg in den Finals und lobte Moral und Einsatzbereitschaft seiner Truppe. Die hatte sich im Halbfinale in sieben beinharten Duellen mit den Starbulls Rosenheim auseinanderzusetzen. Danach blieben nur zwei Tage zur Regeneration vor dem ersten Duell mit den Wild Wings. Die gingen ausgeruht aufs Bietigheimer Eis, zumal sie zuvor in zwei 4:1-Serien gegen Heilbronn und Ravensburg Viertel- und Halbfinale hinter sich gebracht hatten.

Trainer Stefan Mair, der in seiner ersten Saison in Deutschland die Schwenninger auf Anhieb auf Platz zwei der Abschlusstabelle der Zweiten Liga hinter den Steelers geführt hatte, kann durchgehend vier Reihen einsetzen. Das auf viel Scheibenbesitz und hohe Passgenauigkeit angelegte Spiel der Schwenninger setzte sich im ersten Finalspiel eindrucksvoll durch. "Schwenningen hat gespielt wie der frische Frühling", lobte Gaudet den Gegner.

Der erste Finalsieg gelang den Bietigheimern an einem für sie historischen Datum: auf den Tag genau vor vier Jahren waren sie in München erstmals deutscher Zweitliga-Meister geworden. Vielleicht lag der Sieg auch an der moralischen Unterstützung einer attraktiven Kanadierin auf der Tribüne. Robin Niderost, die geschäftlich drei Wochen in ihrer Heimat weilte, war wieder da. Sie ist die Ehefrau von Trainer Gaudet und als Fitnesstrainerin der Steelers auch seine Assistentin. "Wir brauchen sie als Glücksfee", hatte Gaudet vor dem Spiel gesagt. In der vergangenen Saison bangte Gaudet mit den Steelers in den Playdowns noch um den Klassenerhalt, ein Jahr später spielt er mit ihnen um den Titel.

Für das vierte Spiel heute kündigt Gaudets Kollege Mair an: "Wir haben am Mittwoch zu viele Zweikämpfe verloren. Das wird mit dem Heimvorteil im Rücken anders sein." Die Schwenninger waren in den vergangenen vier Jahren dreimal im Playoff-Finale. Nach zweimal 0:4-Serien gegen München und Ravensburg haben sie in diesem Jahr immerhin schon zwei Siege. Aufsteigen darf auch in diesem Jahr der Zweitliga-Meister nicht. Das soll sich nach den Wünschen der Zweitligisten bald ändern.

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