Mahni Fatahi hatte beim Donau-Cup am vergangenen Wochenende im B-Junioren-Einer sowohl am Samstag über 250 als auch gestern über 500 Meter keine Mühe mit seinem Konkurrenten Jonas Mergenthaler aus Waiblingen. Kein Wunder: Der DJM-Vierte im Leichtgewichts-Doppelvierer ist einer der fleißigsten im Training des Ulmer Ruderclubs Donau (URCD). "Mahni absolviert acht bis neun Einheiten pro Woche. Das ist für die B-Jugend schon ordentlich", sagt URCD-Cheftrainer Marcus Maier. "Und nächstes Jahr, wenn er in die A-Jugend aufrückt, wird es noch mehr."

Mit seiner drahtigen Figur wird Mahni Fatahi zwar später wohl einmal bei den Leichtgewichten landen, die bei den Aktiven immer ein bisschen im Schatten der Kraftprotze in Achter, Vierer und Co. rudern. Doch das stört Trainer Marcus Maier kaum: "Bei den Leichtgewichten ist noch nicht alles auf den Olympiastützpunkt Dortmund konzentriert. Da können wir hier in Ulm auch etwas aufbauen." Aktuell ist laut Maier ein Aufwind bei den Frauen zu spüren. "Wir erhalten in letzter Zeit viele Anfragen von starken Athletinnen, die ihr Studium in Ulm mit dem Rudersport verbinden wollen", sagt Maier.

Dabei erwies sich die leichte Olympiaruderin Lena Müller, die in London sogar Medaillenchancen hat, als gutes Zugpferd. "Dass sie hier in Ulm mit unseren U23-Athleten Janis Köster und Pia Patzwaldt trainiert, wirkt sich auch positiv auf deren Leistungen aus", meint Maier. "Denn für den Nachwuchs ist es wichtig zu sehen, wie ein Profi sein Training aufbaut. Davon kann man unheimlich viel für sich mitnehmen." So war es kein Zufall, dass sowohl Patzwaldt als auch Köster bei der U23-DM zu Bronze gerudert sind. "Gerade Pia hätte das ohne die Anregungen von Lena vielleicht nicht geschafft."

Doch nicht nur bei den Frauen, auch in den Männerbereich des URCD werden künftig vermehrt Leichtgewichte stoßen. "Man weiß natürlich nie, wie sich der Körper noch entwickelt. Aber momentan rudert der überwiegende Teil unserer A- und B-Junioren in der leichten Kategorie."

So auch Mahni Fatahi. Seine Vorbilder bringen aber etwas mehr auf die Waage: Dass Maximilian Reinelt und Urs Käufer in ein paar Wochen im Achter und im Vierer bei Olympia am Start sind, motiviert den Schüler in seinem dritten Jahr als Ruderer ungemein. "Es ist toll zu sehen, dass man es in ein paar Jahren so weit bringen kann", sagt der 16-Jährige. "Das spornt schon dazu an, noch mehr zu trainieren."

Nahezu jede freie Minute verbringt Fatahi auf dem Wasser, am Wochenende sind dann meist Wettkämpfe wie die deutschen Jugend-Meisterschaften vor rund einer Woche angesagt. Dass es dort nicht auf Anhieb mit einer Medaille geklappt hat, ärgert den Ulmer auch jetzt noch. "Das war einfach kein gutes Rennen. Das war wirklich schade." Die Hoffnungen des Ulmer Ruder-Clubs waren hoch, da Fatahi nur wenige Wochen zuvor bei der internationalen Prüfungsregatta in Köln einen souveränen Sieg eingefahren hatte.

Aufgrund der hohen Leistungsdichte bei den Nachwuchsruderern - in jeder Altersklasse trainieren 10 bis 15 Jugendliche - ist der URCD aber eigentlich immer irgendwo ganz vorne vertreten. Natürlich auch beim Donau-Cup auf der eigenen Regattastrecke in der Friedrichsau. Neben Fatahi ruderten am Samstag und am - schwächer besetzten - Sonntag (siehe Infokasten) elf weitere Ulmer zum Sieg.