Ulm Ulmer Leichtathleten haben große Titelkämpfe im Visier

Schwang sich 2007 bei der Jugend-DM im Donaustadion aufs Podest: Raphael Holzdeppe, der spätere Weltmeister im Stabhochsprung.
Schwang sich 2007 bei der Jugend-DM im Donaustadion aufs Podest: Raphael Holzdeppe, der spätere Weltmeister im Stabhochsprung. © Foto: Bernd Thissen (dpa)
Ulm / WOLFGANG SCHEERER 17.02.2016
Erst die Jugend-DM 2017, dann die deutsche Meisterschaft der Aktiven 2018. Das ist der Plan nach den erfolgreichen Veranstaltungen der letzten Jahre. Die Ambitionen in der Ulmer Leichtathletik bleiben hoch.

Die deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften der Leichtathleten werden am Wochenende in Dortmund ausgetragen. Auch mehrere Talente aus der Region haben sich qualifiziert, Manuel Eitel und Marcel Cymcyk vom SSV 46 etwa im Weitsprung. Für Ulm käme eine solche Hallenveranstaltung nicht in Betracht, hier fehlt’s am notwendigen Laufbahn-Oval.

Was Freiluft-Titelkämpfe angeht, können die Ulmer mit ihrem Donaustadion andere Voraussetzungen bieten. Aktuell gibt es neue Pläne: Der Württembergische Leichtathletik-Verband (WLV) bewirbt sich zusammen mit dem SSV 46 und der Stadt Ulm um die deutsche Jugendmeisterschaft 2017. „Wir stehen bereit und würden uns sehr darüber freuen, den Zuschlag zu bekommen“, sagt Gerhard Semler, der städtische Abteilungsleiter Bildung und Sport, gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Die Jugend-DM mit rund 2500 Teilnehmern und dreitägigem Wettkampfprogramm sei eine „enorme logistische Herausforderung für Verein und Stadt“.

Der Zuschlag für die nationalen Titelkämpfe der Altersklassen U 20 und U 18 durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) gilt als Formsache, weil die Ulmer mit ihrer organisatorischen Erfahrung in diesem Bereich als besonders zuverlässiger Partner gelten. Außerdem ist das Donaustadion ein idealer Austragungsort. Semler sieht die Jugend-DM auch als „Warm-up für die deutschen Meisterschaften der Aktiven 2018“ mit rund 1200 Startern. Nach 2003, 2006, 2009, 2013 und 2014 wollen die Ulmer dann – unmittelbar vor der Europameisterschaft im Berliner Olympiastadion – zum sechsten Mal innerhalb von 15 Jahren Gastgeber sein. „Der DLV weiß hier von unseren festen Absichten. Die Chancen stehen sicher nicht schlecht“, sagt Gerhard Semler. Auch wenn bereits heute klar ist, dass die vom Leichtathletik-Verband gewünschten Umbauten an der Haupttribüne des Donaustadions so schnell nicht zu realisieren sind. Semler: „Eine umfassende Sanierung wird bis dahin wahrscheinlich noch nicht möglich sein.“

Ein genauer Termin für die Jugend-DM steht noch nicht fest, Ende Juni/Anfang Juli 2017 ist zunächst ins Auge gefasst. Zuletzt waren die deutschen Meisterschaften der A- und B-Jugend im Jahr 2010 (vom 6. bis 8. August) im Donaustadion ausgetragen worden, davor bereits 2007. In dieser Saison finden die Titelkämpfe vom 29. bis 31. Juli in Mönchengladbach-Rheydt statt.

Für Leichtathletik-Fans bieten diese Meisterschaften immer auch eine Chance, sich ein Bild von aktuellen Talenten zu machen und künftige Könner in ihrer Entwicklung zu beobachten. 2007 war in Ulm beispielsweise ein junger Mann aus Zweibrücken am Start, der mit 5,10 Metern im Stabhochsprung sein Können zeigte: Raphael Holzdeppe.

Diese Höhe reichte dem 17-Jährigen bei der A-Jugend damals zum Sprung aufs Podest. Er wurde Dritter. Ein Jahr danach war er mit 5,50 bereits Junioren-Weltmeister.

Und bald trumpfte Raphael Holzdeppe bei den Aktiven international ganz groß auf – mit Olympia-Bronze 2012 in London, dem Weltmeistertitel 2013 in Moskau und mit WM-Silber im vergangenen Jahr in Peking.

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