Ulm Ulm für Leichtathletik-Meisterschaften gerüstet: "Die DM könnte sofort beginnen"

Christian Reif will in Ulm einen neuen Rekord-Versuch wagen.
Christian Reif will in Ulm einen neuen Rekord-Versuch wagen. © Foto: Imago
Ulm / WINFRIED VOGLER 05.07.2014
Kugelstoßen unterm höchsten Kirchturm der Welt und ein Angriff auf den deutschen Uralt-Rekord im Weitsprung: Spannende Duelle versprechen die nationalen Leichtathletik-Meisterschaften im Donaustadion.

Fällt ein Uralt-Rekord? Weitspringer Christian Reif hat es schon mal für die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften vom 25. bis 27. Juli im Ulmer Donaustadion in Aussicht gestellt. "Ich befinde mich in toller Verfassung und hoffe, dass der Rekord abgelöst wird", sagte der 29-jährige Europameister von 2010 bei einem Pressetermin gestern in Ulm.

Den deutschen Weitsprung-Rekord im Freien hält seit mehr als 20 Jahren der Zwickauer Lutz Dombrowski, der 1980 bei den Olympischen Spielen in Moskau für die damalige DDR 8,54 Meter gesprungen war - Sebastian Bayer setzte freilich bei der Hallen-Europameisterschaft 2010 mit 8,71 Meter den weitesten Sprung eines Deutschen in den Sand.

Allerdings sind die Erinnerungen ans Ulmer Donaustadion für Christian Reif, der für den LC Rehlingen startet und in diesem Jahr mit 8,49 Metern eine persönliche Bestleistung aufgestellt hat, nicht die allerbesten. Wegen einer zu kurzen Anlaufbahn wurde er bei den nationalen Titelkämpfen vor einem Jahr seiner Favoritenrolle nicht gerecht und er musste sich Alyn Camara (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 8,15 Metern geschlagen geben. "Ich bin sehr motiviert und habe keine Gedanken mehr an letztes Jahr", sagte Reif, nationaler Titelträger der Jahre 2010 und 2007.

DLV-Veranstaltungsdirektor Frank Kowalski versicherte Christian Reif, dass der deutsche Leichtathletikverband (DLV) aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres die Konsequenzen gezogenen hat. "Das Problem wurde komplett entschärft und ein fester Unterbau im Ulmer Donaustadion für die Weitsprung-Anlaufbahn installiert." Reif hat den längsten Anlauf aller Weitspringer, deshalb musste vor einem Jahr die Laufbahn im Donaustadion mit einer Matte verlängert werden, auf der Reif bei seinem letzten Versuch ausgerutscht war - ihm wurde danach zwar ein siebter Versuch gewährt, der jedoch nicht erfolgreich war.

Einem neuen Rekord dürfte also in diesem Jahr in Ulm nichts im Wege stehen. Besonders im Weitsprung sowie in mehreren Wurf-Wettbewerben rechnen die Experten mit einem Showdown um die Startplätze für die wenigen Tage danach stattfindenden Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich.

Ein Highlight bei den Titelkämpfen findet in Ulm gewiss auf dem Münsterplatz mit dem Kugelstoß-Wettbewerb statt. "Die Atmosphäre in der Arena vor dem Ulmer Münster wird für Athleten und Zuschauer einzigartig werden", verspricht DLV-Veranstaltungsdirektor Frank Kowalski.

"Mit clubers.net hat die Arena ihren eigenen Namen und ist damit für ein nationales Leichtathletik-Event absolut modellhaft", sagt Kowalski. Für Weltmeister David Storl und Vizeweltmeisterin Christina Schwanitz also eine ganz besondere Wettkampfstätte, die mit besonders steilen Tribünen für 2000 Zuschauer Platz bieten wird. Ein doppelt verlegter Rollrasen, modernste Technologie und eine 50 Quadratmeter große LED-Wand - noch größer als beim derzeitigen Publik Viewing auf dem Münsterplatz - runden dieses einzigartige Kugelstoß-Event ab, den der DLV erstmalig in dieser Form bei deutschen Meisterschaften durchführt.

Die Athleten werden sich im Donaustadion aufwärmen und vor dem Wettkampf dort abgeholt und zum Münsterplatz chauffiert. Vier TV-Kameras des ZDF werden den Wettkampf "medial in sehr großer Form präsentieren", sagt DLV-Funktionär Frank Kowalski. "Das ist ein Pilotprojekt, von dem wir uns sehr große Resonanz versprechen."

Ein Lob sprach Kowalski schon jetzt an die Stadt Ulm und den SSV Ulm 1846 als Ausrichter aus. "Ich hatte den Eindruck, die DM könnte sofort beginnen", sagte der DLV-Veranstaltungsdirektor nach seinem gestrigen Besuch im Ulmer Donaustadion.

Qualifikation für die EM in Zürich

Serie Bereits zum fünften Mal finden im Ulmer Donaustadion deutsche Leichtathletik-Meisterschaften statt. Zum zweiten Mal hintereinander vom 25. bis 27. Juli. Die deutschen Meisterschaften sind die abschließende Qualifikation der besten deutschen Leichtathleten für den internationalen Jahres-Höhepunkt, die Europameisterschaften in Zürich. Dort dürfen in jedem Wettbewerb pro Nation höchstens drei Teilnehmer starten. 36 Einzel- und acht Staffelwettbewerbe werden in Ulm ausgetragen. Am Start sind in der Donaustadt alle deutschen Topathleten, angefangen von Olympiasieger Robert Harting (Diskuswurf), über die Weltmeister David Storl (Kugel) und Raphael Holzdeppe (Stabhochsprung) bis zu Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler.

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