Barcelona Turmspringer Hausding und Klein holen WM-Gold

Ästhetischer geht es kaum: Patrick Hausding (vorne) und Sascha Klein waren selbst von ihrer WM-Goldmedaille überrascht. Foto: dpa
Ästhetischer geht es kaum: Patrick Hausding (vorne) und Sascha Klein waren selbst von ihrer WM-Goldmedaille überrascht. Foto: dpa
Barcelona / DPA 22.07.2013
Gold für Deutschland - und das gleich am Auftaktwochenende der Schwimm-WM. Patrick Hausding und Sascha Klein jubelten nach dem Turmspringen. Thomas Lurz freute sich über Freiwasser-Bronze.

Patrick Hausding griff sich nach dem Gold-Coup ungläubig an den Kopf, umarmte seinen staunenden Sprungpartner Sascha Klein - der Weltmeistertitel im Synchronspringen vom Turm hatte die beiden deutschen Wasserspringer überwältigt. "Wie im Traum. Ich kann es noch nicht so richtig fassen. Vielleicht in den nächsten Tagen irgendwann", schilderte Klein mit leuchtenden Augen. Erstmals überhaupt durfte der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) gestern in Barcelona den WM-Titel eines Wassersprung-Mannes feiern. "Ein historischer Erfolg", betonte Bundestrainer Lutz Buschkow. Zahlreiche schwarz-rot-goldene Fahnen hunderter Jugendlicher wurden auf der Tribüne geschwenkt. Und die DSV-Verantwortlichen freuten sich nach Bronze für Rekordweltmeister Thomas Lurz im Freiwasser über einen praktisch perfekten WM-Start.

"Ich bin Weltmeister, der Rest ist mir egal", schrie der achtmalige Europameister Hausding seine Freude auf dem Weg zur Siegerehrung hinaus. "Ich habe von 300 Leuten Adrenalin im Körper. Ich merke jetzt gar nichts mehr." Klein hat im Einzel vom Turm eine weitere Chance, Hausding geht noch mindestens zweimal an den Start.

Hatte Lurz seine Medaille trotz gerissener Siegesserie mit einem zurückhaltenden Lächeln präsentiert, wurde nach dem Auftritt von Hausding/Klein überschwänglich gejubelt. "Schön für den DSV" sei die Auftaktmedaille durch Lurz gewesen, betonte Hausding vor dem Coup, "aber wir wollen als Wasserspringer auch Medaillen holen." Dass es gleich Gold aus zehn Metern Höhe wurde, das konnte kaum einer ahnen. Selbst Hausding und Klein schauten nach dem Sprung der chinesischen Olympiasieger Cao Yuan und Zhang Yanguan gebannt auf die Anzeigetafel, auf der nach einer gefühlten Ewigkeit ihr WM-Traum zur Gewissheit wurde.

Durch die zwei Plaketten in den ersten sechs Entscheidungen hat der Verband einen nahezu perfekten Auftakt hingelegt, um den ambitionierten Zielkorridor von fünf- bis achtmal Edelmetall in der katalanischen Metropole zu erreichen. "Über Farben reden wir ja nicht mehr", sagte Verbandspräsidentin Christa Thiel lächelnd. Aber doch war die goldene Medaille wichtig.

Das Ende seiner beeindruckenden Goldfolge über fünf Kilometer nahm sich Rekordweltmeister Lurz derweil nicht zu Herzen. "Zu den Top 3 der Welt zu gehören, ist immer ein gutes Ergebnis", betonte der Würzburger. "Siebenmal gewonnen zu haben, ist nicht so schlecht, und ich denke nicht, dass es in einer anderen Sportart Ähnliches gibt. Man kann nicht immer gewinnen." Mit einem Gläschen Sekt wurde angestoßen - das nächste Erfolgserlebnis soll heute über zehn Kilometer her. Dazu stehen zwei Sprung-Entscheidungen an. Die Wasserballer starten ebenfalls ins Turnier.

Bader triumphiert
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