Erbach Triathlon: In Erbach läuft es nicht nach Plan

Der Erbacher Badesee war mit 22 Grad gerade kalt genug, dass das Schwimmen mit Neoprenanzug erlaubt war. Am wilden Getümmel im Wasser änderte das aber nichts.
Der Erbacher Badesee war mit 22 Grad gerade kalt genug, dass das Schwimmen mit Neoprenanzug erlaubt war. Am wilden Getümmel im Wasser änderte das aber nichts. © Foto: Volkmar Könneke
Erbach / WINFRIED VOGLER 30.06.2014
Bei garstigem Wetter waren starker Wille und eiserne Kraft beim Erbacher Triathlon gefragt. Durch ein Missgeschick wurde der SSV Ulm 1846 im Ligawettbewerb Neunter, Dornstadt landete auf Rang zehn.

Chips essen und Fußball gucken ist am Montagabend wieder, am Sonntagmorgen überwanden sich bei teilweise garstigem Wetter knapp 1000 Athleten und starteten beim 18. Erbacher Triathlon. Fast 500 von ihnen über die olympische Distanz - 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen - im Rahmen der Triathlonliga um den LBS-Cup, der mit seinem dritten Wettkampf der laufenden Runde wieder in Erbach gastierte.

Der Rest - sofern nicht Teilnehmer der baden-württembergischen Polizeimeisterschaften - suchte seinen ganz persönlichen Kick über eine verkürzte Strecke mit Schwimmen im 22 Grad warmen - und damit gerade noch für Neoprenanzüge zugelassenen - Badesee (500 m), Radfahren auf der anspruchsvollen Strecke rund um Erbach (23 km) und Laufen entlang des Donaukanals (5 km).

Der schnellste Akteur der Liga trug die Nummer zwei und kam aus Neuseeland: Andrew Lloyd (2:03:53 Stunden) startete für die ALZ Sigmaringen in der Triathlonliga. Schnellste Frau war die zweifache deutsche Triathlonmeisterin und Olympiateilnehmerin Ricarda Lisk vom VfL Waiblingen (2:15:47 Stunden).

Der für den SSV Ulm 1846 startende Daniel Unger, mehrfacher deutscher Meister und Weltmeister über die Kurzdistanz (2007), war in 2:05:32 Stunden als Gesamtfünfter schnellster Athlet aus dem Sportfreund-Team des SSV 46. "Ich habe das Schwimmen verkackt und danach den Anschluss beim Radfahren verloren und die Spitzengruppe nicht mehr gesehen", haderte der 36-jährige "Ungermann", so sein Spitzname, etwas mit dem Rennverlauf, war aber trotzdem mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Nach 24 Jahren im Triathlon - über viele Jahre an der Weltspitze - will Unger die laufende und für ihn letzte Saison "zum Abtrainieren" nutzen.

Bester Starter der Startgemeinschaft aus Dornstadt und Singen war Fabian Sauter (2:07:55). Das Mack-Team trat in Erbach ersatzgeschwächt nur mit vier Athleten an. Armin Hummel musste aus beruflichen Gründen passen, für ihn sprang Thilo Zoberbier ein. Bereits vor dem Wettbewerb hatten die Dornstadter zwei Hiobsbotschaften zu verarbeiten gehabt: Felix Saur plagt sich nach einem Radsturz noch mit Hüftproblemen rum und sagte seinen Start ab, David Hinze fällt wegen eines Sehnenrisses im Fuß gar für die restliche Saison aus. Am Ende reichte es für die ersatzgeschwächten Dornstadter zu Platz zehn.

Für das Herrenteam des SSV Ulm 1846 lief die Veranstaltung vor der Haustür ebenfalls nicht wie geplant. "Wir haben uns einen Platz unter den Top fünf ausgerechnet", sagte David Zügel, mit 2:09:32 Stunden hinter Unger zweitbester Ulmer. Eine Erkältung von Lucas Engelhardt, der nicht starten konnte, und ein großes Missgeschick von Chris Gerhardt, der das Rennen abbrechen musste, verhinderten ein besseres Mannschaftsergebnis als Rang neun. Gerhard, beim letzten Wettkampf in Waiblingen noch bester Ulmer, erlitt beim Schwimmen einen Asthma-Anfall und musste von den Rettungsschwimmern aus dem Wasser gezogen werden. "Das war richtig bitter", sagte Gerhard hinterher, immerhin wieder bei bester Gesundheit.

Große Freude kam dagegen bei den SSV-Frauen auf, nachdem Ricarda Gümmer und Melanie Mack fast zeitgleich über die Ziellinie liefen und sich gemeinsam mit Zuzi Bernhardt den dritten Platz in der Frauenliga sicherten. Die zweite Damen-Mannschaft des SSV Ulm, bestehend aus Martina Velders, Ines Carola Göring und Annika Held, belegte Platz zehn. Das neuformierte Damen-Team aus Dornstadt mit Sandra Schwally, Melanie Bernardino Rodrigo und Zeljka Wais landeten auf dem zwölften Rang, was gegenüber den ersten Wettkämpfen eine deutliche Leistungssteigerung war.

Und auch in der Seniorenliga hatten die Ulmer gegenüber dem Lokalrivalen die Nase vorn. Michael Schlipf, Heiko Stalzer und Michael Weiss wurden hinter Waiblingen Zweite, das Dornstadter Trio Bernd Sauter, Christian Linke und Albert Wais landet auf Platz fünf.

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