Torwart und Linksaußen glänzen

DPA 03.08.2012
Deutschlands Hockey-Herren haben ihren zweiten Vorrunden-Sieg vor allem den Leistungsträgern Weinhold und Zeller zu verdanken.

Weinhold pariert, Zeller trifft: Erneut haben die beiden Hockey-Olympiasieger bewiesen, dass das vom Fußball bekannte Klischee, wonach Torwart und Linksaußen eine Macke haben, kein Problem darstellen muss. Im Gegenteil: Die Asse von Rot-Weiss Köln sind privat zwar auch keine Freunde von Traurigkeit, auf dem Platz liefert das von Trainer Markus Weise zu hoher Disziplin erzogene Duo aber in schöner Regelmäßigkeit Top-Leistungen ab. Beim knappen, aber verdienten 1:0 (1:0) über Südkorea war Christopher Zeller wie schon gegen Belgien (2:1) Schütze des entscheidenden Tores. Rückhalt Max Weinhold wurde zwar wenig geprüft, rettete aber dreimal den Sieg. Die DHB-Elf ist nun bei Olympia-Turnieren seit zehn Spielen unbezwungen.

"Beide haben ihren Auftrag voll erfüllt", lobte Bundestrainer Weise seine Erfolgsgaranten. Europameister Deutschland weist nach zwei Spielen beim Turnier in London wie die Niederlande sechs Punkte auf und hält damit Kurs auf das erste Etappenziel - das Halbfinale. Und das, obwohl das erfolgsverwöhnte Europameister-Ensemble von der Bestform noch ein gutes Stück entfernt ist. "Es ist noch ordentlich Luft nach oben. Und ich bin mir sicher, dass da auch noch was kommt", betonte Weise, der vor den wieselflinken Koreanern inständig gewarnt hatte und entsprechend froh über den "knallharten Arbeitssieg" war.

Mit seinem zweiten Turniertreffer legte Zeller die Basis. Der 27-Jährige, dessen älterer Bruder Philipp auch in London dabei ist, jagte bei der zweiten Strafecke mit Brachialgewalt den Ball gegen den Innenpfosten - Tor. "Das hat entspannt und wird mir Sicherheit für den weiteren Turnierverlauf geben", meinte der Ecken-Spezialist, der gegen Belgien keine "Kurze" verwerten konnte. Ein klassischer Außen ist er zwar nicht, er kommt aber meist über die linke Seite zu Toren: Mit 162 an der Zahl hat er Matthias Witthaus (163) als Toptorjäger im Olympia-Kader fast eingeholt.

Wie der nach einer Fußoperation und neunmonatiger Zwangspause erst im Frühjahr ins DHB-Team zurückgekehrte Zeller hatte auch Weinhold zuletzt mit Verletzungen zu tun. In der hektischen Schlussphase, als die Asiaten auf den Ausgleich drängten, musste er dreimal sein Können zeigen.