Läuferin Top-Läuferin Alina Reh setzt aufs professionelle Umfeld beim SSV Ulm 1846

Alina Reh schnürt sich die Schuhe für den SSV Ulm.
Alina Reh schnürt sich die Schuhe für den SSV Ulm. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / WOLFGANG SCHEERER 27.10.2015
Alina Reh, 18, ist zurück. Als gereifte junge Erfolgsläuferin startet die deutsche 5000-Meter-Meisterin künftig wieder im Trikot des SSV 46. Sie pendelt dafür dreimal pro Woche vom Heimatort Laichingen nach Ulm.

Das erste Ziel heißt Portugal. Im Trainingslager des SSV 46 an der Algarve lernt Alina Reh in den kommenden zehn Tagen viele neue Gesichter der Leichtathletik-Abteilung kennen. Erst einmal geht’s um den Wohlfühlfaktor im neuen alten Verein, für den sie vor dem Wechsel zum TSV Erbach bereits in der Schülerklasse gestartet war.

Nach der Trennung vom langjährigen Trainer Michael Schwenkedel ist Alina Reh nun zurück in Ulm. Offiziell vorgestellt wurde die junge Top-Läuferin aus Laichingen gestern. SSV-Präsident Willy Götz hieß sie willkommen: „Es macht mich stolz und glücklich, Alina hier zu haben.“ Auch Vertreter von drei Sponsoren waren gekommen. Sie werden die 18-Jährige unterstützen. Und Wolfgang Beck, der Abteilungsleiter, betonte: „Wir wollen Alina nicht unter Druck setzen. Alles soll so sein, wie sie sich das vorstellt.“

Ganz konkret: Die SSV-Trainer Wieland Pokorny (Laufbereich) und Julian Rudziok (Sprints und Athletik) sorgen fürs „professionelle Umfeld“, das sich die Athletin wünscht. Dreimal pro Woche wird sie „von dr Alb ra kommen“ (Reh). Auch daheim in Laichingen, wo sie im Lebensmittelgeschäft ihrer Mutter Einzelhandelskauffrau lernt, trainiert sie weiterhin. Dann meist solo.

Als eines der größten deutschen Lauf-Talente ist Alina Reh dem breiteren Publikum seit der Silbermedaille über 3000 Meter bei den Olympischen Jugendspielen 2014 bekannt. Diesem Erfolg ließ sie 2015 gleich drei weitere folgen: den Doppel-Sieg über 3000 und 5000 Meter bei der U-20-EM. Dann lief sie sich mit dem souveränen Titelgewinn über 5000 Meter bei der deutschen Meisterschaft der Aktiven in Nürnberg vollends in die Herzen der Mittel- und Langstrecken-Fans.

Eindrucksvoller als am 25. Juli lässt sich ein Generationswechsel nicht demonstrieren: Selbst Serien-Siegerin Sabrina Mockenhaupt, 34, hatte gegen die vorneweg laufende Abiturientin nicht den Hauch einer Chance. Die Frage, welcher Coup ihr als nächstes gelingt, drängt sich da regelrecht auf. Kommt Olympia 2016 in Rio zu früh?

„Was dagegen hätte ich auf keinen Fall, aber es ist utopisch“, sagt Alina Reh – und sie flachst: „Wir bekommen 2016 eine neue Sofagarnitur. Von da lässt sich Olympia auch gut gucken.“ Dann rechnet sie vor: „15:51 ist meine 5000-Meter-Bestzeit. Die Norm für Rio ist 15:13. Rund 40 Sekunden schneller, das kann man nicht einfach so runterspulen. Da müsste viel passieren.“

Doch wenn bisher eine Läuferin für Überraschungen gut war, dann sie. Und die Vorbereitung für 2016 beginnt sofort: „Ich laufe die Cross-Saison bis März und will zur Crosslauf-EM im Dezember“, sagt Alina Reh. „Nächstes Jahr peile ich die U-20-WM in Kasan an. Was Olympia betrifft: Bleibe ich gesund, ist Tokio 2020 realistisch.“ Ihr Weg zu neuen Zielen führt jetzt über Ulm.

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