Kegeln Top-12-Sieger Jochen Steinhauer überzeugt Kegel-Bundestrainer

Besonderes Lob vom Kontrahenten: "Wer so kegelt wie Jochen Steinhauer, der hat den Sieg verdient."
Besonderes Lob vom Kontrahenten: "Wer so kegelt wie Jochen Steinhauer, der hat den Sieg verdient." © Foto: Rudi Apprich
Ulm / WINFRIED VOGLER 29.12.2014
Jochen Steinhauer kam, kegelte - und siegte. Bei seiner ersten Teilnahme gewann der Hesse das Top-12-Kegelturnier des ESC Ulm. Bei den Frauen tat es ihm Saskia Barth (KC Schrezheim) gleich.

Das war sogar für Timo Hoffmann zum Zungeschnalzen. Als Jochen Steinhauer (SKV Nibelungen Lorsch) beim Finale des 35. Top-12-Kegelturniers wenige Würfe vor Schluss ein schier unmögliches Bild mit einem Schub abräumte, war nicht nur für den anwesenden Kegel-Nationaltrainer, sondern auch bei seinen beiden schärfsten Konkurrenten auf den Bahnen neben ihm die Entscheidung gefallen.

"Wer in dieser Situation so kegelt, der hat den Turniersieg verdient", sprach Jürgen Zeitler vom SSK FEB Amberg bewundernd über den Gegner. Er selbst belegte mit 2113 Kegeln Rang drei. Der Vorlaufbeste, Fabian Seitz (KC Schwabsberg), verspielte im spannenden Endlauf seinen Vorsprung von 16 Zählern und erreichte 2116 Kegel. Während der Sieger der beiden Vorjahre, der 38-jährige Zeitler, damit das Triple knapp verpasste, das noch keinem Kegler in der 35-jährigen Turniergeschichte gelungen ist, musste sich der dreimalige Turniersieger Seitz, der im Jahre 2009 als 19-Jähriger jüngster Top-12-Gewinner war, mit dem zweiten Platz begnügen. Trotz Steinhauers Topleistung (2121 Kegel) und insgesamt 56 Neunern an beiden Turniertagen war Seitz' Turnierrekord mit 2207 Kegeln bei diesem traditionell zum Jahresausklang stattfindenden Kegelklassikers nicht in Gefahr.

"Das war natürlich ein optimaler Einstand", freute sich der 35-jährige Sieger vom südhessischen Bundesligaklub an der Bergstraße riesig. Und eine gerechte Belohnung für eine strapaziöse achtstündige Anfahrt, die Steinhauer am Samstag wegen der Schneefälle in Kauf nehmen musste.

Bei den Damen wurde trotz eines Rückstandes von 33 Zählern auf die nach dem Vorlauf führende Grande Dame der Bundesliga, Ute Hintze (Lorsch), die Favoritin ihrer Rolle gerecht. Die 19-jährige Saskia Barth vom KC Schrezheim - zweimalige Gold- und Silber-Medaillengewinnerin bei der U-23-WM und aktuelle deutsche U-23-Meisterin - setzte sich mit 1041 Kegeln gegen die 54-jährige mehrfache Hessenmeisterin Hintze klar durch.

"Das Top-12 ist schon was Besonderes, da strengt man sich außergewöhnlich an", erklärte die Weltmeisterin ihre beeindruckende Aufholjagd. Herrensieger Steinhauer durfte nach einem abschließenden Plausch mit dem Nationalcoach nebst Pokal mit der Gewissheit einer Nominierung für den Nationalkader seine Heimreise antreten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel