Paris/Berlin Sünden der Vergangenheit

Tour de France 1998: Jan Ullrich und der 2004 verstorbene italienische Radprofi Marco Pantani fahren die letzte Etappe. Foto: dpa
Tour de France 1998: Jan Ullrich und der 2004 verstorbene italienische Radprofi Marco Pantani fahren die letzte Etappe. Foto: dpa
DPA 24.07.2013
Die Anti-Doping-Kommission des französischen Senats veröffentlicht heute ihren Untersuchungsbericht. Im Mittelpunkt, aber nicht ausschließlich, steht der Radsport und die Skandal-Tour 1998.

Mit der fast schon trügerischen Ruhe ist es wohl schnell wieder vorbei. Hatte das leidige Doping-Thema zum großen Jubiläum der 100. Tour de France dreieinhalb Wochen auf dem Index gestanden, droht der Radsport von den Sünden seiner dunklen Vergangenheit wieder eingeholt zu werden.

Drei Tage nach dem großen Finale in Paris könnte die Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der Anti-Doping-Kommission des französischen Senats für das nächste Beben sorgen. Im Mittelpunkt, aber nicht ausschließlich, steht dabei der Radsport und die Tour de France 1998. Verschiedene Quellen sprechen von 57 Fahrern, die auf der Liste stehen sollen.

Dass das Blutdopingmittel Epo angesichts der noch nicht vorhandenen Testverfahren zu der Zeit flächendeckend im Einsatz war, dürfte kaum mehr für Aufsehen sorgen, wohl aber die involvierten Namen. So dürfte es spannend sein, ob die Ermittler tatsächlich Ross und Reiter nennen. Die Aufregung in der Branche ist jedenfalls groß. Die Vereinigung der Radprofis CPA sprach sich bereits gegen die Veröffentlichung der Namen aus, und die Eltern des 2004 gestorbenen Marco Pantani protestierten vorsorglich beim Radsport-Weltverband UCI. Der italienische Kletterkönig, später als Dopingsünder überführt, hatte die Skandal-Tour 1998 vor Jan Ullrich gewonnen. Bei einem Rennen, das am Abgrund stand. Der Festina-Skandal, bei dem Teambetreuer Willy Voet mit rund 400 Ampullen Epo und anderen Dopingpräparaten aufgeflogen war, hatte Razzien ausgelöst.

Ullrich und Zabel dabei?