London Stop and Go in Wimbledon

Angelique Kerber muss sich im Achtelfinale gegen Wimbledon-Topfavoritin Maria Scharapowa noch einmal weit strecken.
Angelique Kerber muss sich im Achtelfinale gegen Wimbledon-Topfavoritin Maria Scharapowa noch einmal weit strecken. © Foto: afp
. SID/DPA 30.06.2014
Zwei deutsche Tennis-Damen mischen in Wimbledon noch mit. Sabine Lisicki setzt ihr wegen Dunkelheit abgebrochenes Duell gegen Ana Ivanovic heute fort - Angelique Kerber trifft auf Maria Scharapowa.

Die aktuelle Weltranglisten-Erste Serena Williams ist beim berühmtesten Tennis-Turnier der Welt schon ausgeschieden, da stehen mit Sabine Lisicki und Angelique Kerber noch zwei Deutsche in der zweiten Woche auf der großen Grand-Slam-Bühne.

Sabine Lisicki musste nach den vorausgegangenen Wetterkapriolen "noch mehr warten", wie sie twitterte. Wegen Dunkelheit wurde das Drittrundenduell gegen die frühere Weltranglisten-Erste Ana Ivanovic abgebrochen. Doch die Gemütslage für den spielfreien Sonntag hätte für die 24-jährige Berlinerin schlechter sein können. Ihrer Formkrise zum Trotz entschied sie den ersten Satz gegen die frühere Weltranglisten-Erste Ivanovic mit 6:4 für sich. Beim Stand von 1:1 im zweiten Durchgang spielen beide heute auf Court 1 (14 Uhr/Sky) im Kampf um den Einzug in die Top 16 weiter.

Dort steht bereits Angelique Kerber - auf Platz sieben der Weltrangliste Deutschlands beste Tennisspielerin. Die Kielerin hatte sich allerdings von der stundenlangen Hängepartie vor dem Match gegen Kirsten Flipkens aus Belgien (3:6, 6:3, 6:2) beeinflussen lassen. "Ich war nicht bereit im ersten Satz", bekannte Kerber: "Man weiß ja nie, wann es aufhört zu regnen, wann man essen oder sich warmmachen kann." Mit ähnlichen Problemen hatte auch Andrea Petkovic zu kämpfen, die das deutsche Trio sprengte. Die 20 Jahre alte Kanadierin Eugenie Bouchard war beim 3:6, 4:6 einfach eine Nummer zu groß. "Ich habe versucht, was ich konnte, sie hat aber aggressiver gespielt", sagte Petkovic, die damit erneut die zweite Wimbledon-Woche verpasste. Das unstete Wetter führte sie zwar nicht als Ausrede an, ärgerte sich aber darüber, dass vom Club "keine richtige Ansage kam. Wir waren gezwungen, uns ständig warmzumachen", sagte Petkovic.

Lisicki hatte es sich zu diesem Zeitpunkt erneut gemütlich gemacht, vor ihr stand ja noch Serena Williams auf dem Platz. Die 17-malige Grand-Slam-Siegerin ging nach einem souveränen Satzgewinn gegen die Französin Alize Cornet völlig überraschend ein (6:1, 3:6, 4:6) und jammerte später: "Jeder spielt gegen mich das Match seines Lebens." Sie sei ziemlich sicher, dass Cornet heute gegen Bouchard nicht so stark auftrumpfen werde. Ebenfalls heute bekommt es Kerber mit der neuen Top-Favoritin des Turniers, French-Open-Siegerin Maria Scharapowa, zu tun. "Das wird ein interessantes Match. Ich weiß, dass ich auf einem hohen Level spielen muss, um sie zu schlagen. Aber ich habe ja nichts mehr zu verlieren", sagte Kerber, die erst eines von fünf Duellen mit der russischen Tennis-Queen für sich entschieden hat.

Lisicki steht derweil vor einem Knochenjob in der zweiten Turnierwoche - vorausgesetzt, sie knüpft heute an die Samstagsvorstellung gegen Ivanovic an. Bei einem Sieg wartet das Achtelfinale morgen, das Viertefinale ist am Mittwoch angesetzt, das Halbfinale am Donnerstag. Kein Problem für Lisicki - zumindest nicht in Wimbledon, wo alle Sorgen der Vergangenheit vergessen scheinen. Einziger Nachteil: Bei diesem Programm bleibt kaum Zeit, Fotos mit den Vips und Royals zu schießen

Auch auf Rasen nicht zu bremsen: Rafael Nadal

Unter Dach Der Spanier Rafael Nadal ist auch auf dem grünen Rasen von Wimbledon wieder da. Rund drei Wochen nach seinem neunten Triumph auf der roten Asche von Paris spielte sich der Weltranglisten-Erste erstmals seit drei Jahren wieder in das Achtelfinale von Wimbledon. Unter dem geschlossenen Dach des Centre Courts besiegte der 28 Jahre alte Tennisprofi den kasachischen Außenseiter Michail Kukuschkin am Samstag 6:7 (4:7), 6:1, 6:1, 6:1. "Der Sieg in Paris hat ihn auf Wolke sieben gehoben", urteilte der dreimalige Champion Boris Becker über den in den vergangenen Jahren in Wimbledon so unglücklich aufgetretenen Nadal. Nächster Gegner des 14-fachen Grand-Slam-Siegers ist der 19-jährige Wildcard-Inhaber Nick Kyrigios aus Australien.

SWP