Tischtennis Stiere scherren mit den Hufen

Aus dem Ruhrpott nach Oberschwaben: Stefan Fegerl.
Aus dem Ruhrpott nach Oberschwaben: Stefan Fegerl. © Foto: Emmenlauer
Ehingen / Helen Weible 17.08.2018

Aufbruchstimmung beim Tischtennis-Bundesligisten aus Ochsenhausen. Der Traditionsklub aus Oberschwaben hat nach zwei Halbfinal- und einer Final-Teilnahme in der vergangenen Saison richtig Hunger auf einen Titel. Selbst sieht sich die Mannschaft als Herausforderer Nummer eins des „FC Bayern“ im Tischtennis, Triple-Gewinner Borussia Düsseldorf. Das Team um Topstar Timo Boll gilt es endlich zu schlagen.

Nominell sind die Ochsenhausener sogar stärker geworden. Zu Kapitän Simon Gauzy (Frankreich/Nummer 13 der Welt), Top-Ten-Akteur Hugo Calderano (Brasilien/9) und Jakub Dyjas (Polen) gesellen sich zwei hoffnungsvolle Neuzugänge. Mit Stefan Fegerl wechselt ein Österreicher, der weiß wie Titelfeiern geht, zu den TTF beim Liebherr-Werk. Er zog der Borussia Düsseldorf den familiäreren Klub vor, da vieles „strukturierter ist als in Düsseldorf“. Tatsächlich fühlt sich der Wiener schon reichlich wohl mit seinen Teamkollegen. Das war ihm bei der Pressekonferenz vor dem ersten Spiel gegen ASV Grünwettersbach anzumerken.

Ob die Chemie stimmt, ist beim zweiten Neuzugang nicht zu sagen, da er international momentan sehr gefragt ist. Jang Woojin hatte bei der WM in China für reichlich Furore gesorgt. Der 22-jährige Südkoreaner, der mit 15 Jahren bereits für elf Monate in Ochsenhausen an seiner Karriere geschmiedet hatte, ist die Nummer 22 der Welt und wird von der Liga als hochkarätigster Wechsel angepriesen. Woojin soll allerdings bei den „Ox-Boys“ als Backup-Spieler agieren, stellte Präsident Kristijan Pejinovic klar. Das Quartett, das samt neuem Stier-Logo die Plakate ziert, soll bevorzugt zum Einsatz kommen.

Auch im Trainerstab veränderten sich die ärgsten Herausforderer der Düsseldorfer: Auf den jahrelangen Cheftrainer Dubravko Skoric folgt mit Dmitrij Mazunov einer, der bereits als Spieler mit Ochsenhausen Erfolge gefeiert hat. Der russischstämmige 47-Jährige holte mit den Oberschwaben insgesamt fünf Titel. Der einstige Doppel-Spezialist freut sich auch darüber, dass nun zur dieser Saison das Doppel als mögliches fünftes Spiel eingeführt wird. „Das Doppel kann ein Vorteil für uns sein“, sagt Mazunov.

Eine Umstellung gibt es auch für das Umfeld der Tischtennis-Freunde. Da die eigene Spielstätte wegen eines Wasserschadens bis auf Weiteres gesperrt ist, trägt Ochsenhausen alle seine Heimspiele in Ehingen an der Donau aus. Die Stadt stellte kurzfristig die zentral gelegene Halle beim Johann-Vanotti-Gymnasium zur Verfügung. Auf dem Weg zum Finale in der Frankfurter Fraport-Arena und dem Pokal-Top Four in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena werden Simon Gauzy und Co. also ihre Siege in der „Zweitheimat“ Ehingen feiern.

Am 28. Oktober, wenn Timo Bolls Meisterteam in Ehingen gastiert, sollte Ochsenhausen beweisen, wohin es diese Saison gehen soll.

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