Kommentar Wolfgang Scheerer zum Thema Leichtathletik-EM Starke neue Generation

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Blerin / Wolfgang Scheerer 13.08.2018

Sieben Europameisterschaften in Glasgow, parallel die Leichtathletik-EM in Berlin: Nach der Premiere muss an diesem Format noch gearbeitet werden. Offen gesagt: Was Radler, Ruderer und Co. in Schottland geleistet haben, war im Olympiastadion kein Thema. Top-Sendezeiten und das Gros der Zuschauer hatten  die Leichtathleten.

Aber die „European Championships“ wecken Wünsche. Etwa bei Funktionären, die nach mehreren Bewerbungspleiten davon träumen, dass Deutschland trotzdem wieder Olympia-Gastgeber wird. Weil die Mega-EM vermarktet wird wie Klein-Olympia, wäre das ein erster Schritt. Berlin ist als nächster Gastgeber 2022 im Gespräch. Hamburg auch. Auffallend viele Athleten sind ebenfalls dafür, bei einer Neuauflage alles in einer Stadt zu konzentrieren. Statt erhoffter Synergieeffekte könnten die anderen Disziplinen dann noch mehr im Leichtathletik-Schatten stehen.

Die Bilanz der olympischen Kernsportart ist es auch jetzt, die besonders interessiert. In Berlin hat die DLV-Mannschaft die Fans mitgerissen. Obwohl Diskus-Star Robert Harting abtritt und andere in die Jahre gekommen sind, der Generationswechsel gelingt. Sprint-Silber durch die erst 21-jährige Gina Lücken­kemper, Speerwurf-Gold von Christin Hussong, der Weitsprung-Sieg der ebenfalls 24- jährigen Malaika Mihambo oder Platz vier über 10 000 Meter durch Alina Reh, 21, vom SSV Ulm 1846 zeigen das. Überhaupt die Starter aus dem Land: Rehs Klubkollege Arthur Abele siegte im Zehnkampf, Weitspringer Fabian Heinle vom VfB Stuttgart holte Silber. Das waren nur einige Erfolge. Da bewegt sich was.

Bis Olympia 2020 entwickelt sich das Team weiter. Auch durch die Erfahrung der Routiniers: Abele ist dann schon 34.

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