2015 Sport in der Region: Prognose für 2015

GEROLD KNEHR 30.12.2014
Alle Jahre wieder wagen wir zum Jahresende einen Blick ins Horoskop. Was kommt wohl auf den Sport in der Region 2015 zu? Wissen tun wir es natürlich nicht. Aber wir ahnen es.

Alle Jahre wieder wagen wir zum Jahresende einen Blick ins Horoskop. Was kommt wohl auf den Sport in der Region 2015 zu? Wissen tun wir es natürlich nicht. Aber wir ahnen es.

Januar: Der Kletter-Boom in der Region kennt keine Grenzen, die hiesigen DAV-Sektionen können sich des Andrangs kaum erwehren. Eine weitere Kletterhalle freilich ist nicht geplant. Statt nach oben geht es deshalb nach unten: Die aufgelöste Sedelhof-Garage wird umgebaut zur Kletterhöhle. Einziges Problem: die Parkplätze.

Februar: Die Neu-Ulmer Spartans wollen hoch hinaus. Bis spätestens 2017 sollen die Footballer an der Spitze der zweiten Liga stehen. Der Countdown für den angepeilten Höhenflug beginnt am 1. Februar: Da lassen die Spartans in der Ratiopharm Arena live den Super Bowl, das große amerikanische Finale, übertragen. Headcoach Daniel Koch hat zu Anschauungszwecken sein komplettes Team zum Zuschauen verpflichtet und ringt den Zuschauern in der ausverkauften Arena das Versprechen ab, am ersten Zweitliga-Spieltag komplett am Muthenhölzle zu erscheinen.

März: Nach dem Aus im europäischen Wettbewerb sind die Basketballer von Ratiopharm Ulm unterbeschäftigt. Um Entzugserscheinungen vorzubeugen, fährt das Team geschlossen ins Legoland Günzburg. Im "Miniland" lässt sich Tim Ohlbrecht (2,10 Meter) vor einer Schweizer Alpenkulisse fotografieren - es werden entzückende Bilder. Auf der Rückfahrt mosert die Mannschaft: "Trainer, uns ist so laaangweiiiliiig." Leibenaths Antwort: "Dann spielt halt was Gescheites." Ab diesem Zeitpunkt läuft es wieder in der Bundesliga.

April: Die Volleyballerinnen des VfB Ulm schmettern. . . - was in dieser Sportart nichts Ungewöhnliches ist. Doch sie tun dies nicht nur mit den Armen, sondern auch vokal. "Atemlos durch die Nacht" und "Ein Hoch auf uns" sind die Hits auf der Meisterfete.

Mai: Die in die dritte Liga abgestiegenen Turner des TSV Pfuhl bestreiten ihren ersten Wettkampf im neuerbauten Turnzentrum - und sind ihrem Gegner klar unterlegen. Trainer Rolandas Zaksauskas hat schnell eine Erklärung parat: "Die Geräte fühlten sich ganz ungewohnt an. In die alte Halle hat es hineingeregnet, die Holme waren feucht und rutschig." Vor dem zweiten Wettkampf klettert er aufs Dach und entfernt einige Ziegel.

Juni: Im Donaustadion soll endlich der von Würmern durchdrungene Rasen des Stadions ersetzt werden. Tierschützer wollen den Plan im letzten Moment verhindern und den Würmern ihr gewohntes Biotop erhalten. Erst das Versprechen von Stephan Baierl, Trainer des SSV Ulm 1846 Fußball, besänftigt die Tierschützer: "Bei uns steckt schon immer der Wurm im Sturm."

Juli: Die neue Schwimm-Trainerin Anne-Kristin Ruess mischt den SSV Ulm 1846 auf. Unter der Reihe "Damit niemand ins Schwimmen kommt" bietet sie neue, vielgefragte Kurse an. Beispielsweise für aktive Nabader oder die Ulmer Oberliga-Fußballer ("damit ihr nicht schon wieder untergeht").

August: Sport und Kultur können nicht miteinander? Die Hockeyspieler des SSV Ulm 1846 und das hiesige Theater beweisen mit ihrer Kollaboration das Gegenteil. Sie führen gemeinsam den "Fliegenden Holländer" auf. Die Sportler sind mit der Entlassung von Marc Janssen bereits in Vorleistung getreten - und warten nun auf die entsprechende Theater-Inszenierung.

September: Der Einsteinmarathon wartet mit einer neuen Disziplin auf. Beim Bierathlon für Zweierteams geht es darum, während des Laufes einen Kasten Bier, der am Start ausgehändigt wird, auf der Strecke zu vernichten. Stammtischstrategen sinnieren bereits über die beste Taktik. "Mit diesem Rennen machen wir ein zusätzliches Angebot an weniger sportaffine Läufer", erklärt Organisator Markus Ebner.

Oktober: Der Jugendwahn beim SSV Ulm 1846 Fußball geht weiter. Die Spatzen treten in der Oberliga mit zehn Feldspielern an, die alle erst 16 oder 17 Jahre alt sind. Lediglich der dann 37-jährige Torhüter Betz, von seinen Mitspielern nur noch "Papa Holger" gerufen, hebt in seiner dann 23. Saison (!) für die Ulmer den Altersschnitt um zwei Jahre an. Auf die Frage, warum er nicht auch im Tor einen Generationenwechsel vornimmt, antwortet Trainer Baierl: "Einer muss die Jungs doch nach Hause fahren."

November: Das Kontrastprogramm zu den Spatzen bieten die Langenauer Handballer. Mit der Rückkehr des Syrers Nashat (45) klettert der Altersschnitt weiter nach oben. Als die Langenauer in einem Freundschaftsspiel (erste Halbzeit Fußball, zweite Halbzeit Handball) geschlagen werden, ziehen sie ihr Angebot zurück, die Spatzen zu adoptieren.

Dezember: Der neue Rasen in der Friedrichsau wird schon wieder heraus- , das Donaustadion abgerissen. Es soll in doppelter Größe als Donauarena neu erstehen. Das alles auf Wunsch der Leichtathleten. Die SSV-Mehrkämpfer bereiten sich auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro vor. "Wir wollen unter realistischen Bedingungen trainieren und müssen uns auf die Größe der brasilianischen Wettkampfstätten einstellen", begründet Wolfgang Beck den Antrag. Der Stadtrat stimmt dem mehrheitlich zu.

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