Der wegen der Pandemie angepasste Radsport-Kalender des Weltverbandes UCI platzt aus allen Nähten. Geht es nach der UCI, soll die Tour de France am 29. August in Nizza beginnen und am 20. September in Paris enden. Obwohl Frankreich bis mindestens September keine Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern erlaubt.
Dies würde zumindest Auswirkungen auf den Start des wichtigsten Radrennens der Welt haben, dessen Austragung für den Profi-Radsport überlebenswichtig ist. Der Aufwand ist für alle immens. Die Entscheidung darüber, welcher Fahrer an welcher Landesrundfahrt und welchen Klassikern teilnehmen soll, dürfte für die Verantwortlichen so schwierig wie noch nie werden.

Viele Termine im Herbst

Besonders im Oktober bekommen die Fahrer und ihre Mannschaften die geballten Terminprobleme zu spüren, denn: Wer den Giro d‘Italia fährt, verpasst gleich drei nachgeholte Frühjahrsklassiker und zudem die teilweise parallel stattfindende Vuelta in Spanien. Der Giro, die zweite große Landesrundfahrt, soll verkürzt vom 3. bis 25. Oktober stattfinden. Trotzdem kollidiert er dann mit der Vuelta (20. Oktober bis 8. November). Zudem sind während des Giro in Lüttich-Bastogne-Lüttich (4. Oktober), der Flandern-Rundfahrt (14. Oktober) und Paris-Roubaix (25. Oktober), das parallel zum Giro-Finale angesetzt ist, gleich drei „Monumente des Radsports“ geplant.

Alle Rennen bis 1. August abgesagt

Das Criterium du Dauphine (12. bis 16. August), traditioneller Tour-Härtetest, wird um drei Etappen auf fünf Etappen verkürzt. Dabei sollen Großstädte vermieden und stattdessen kleine Gemeinden angefahren werden. Mailand-Sanremo ist am 8. August geplant, die Lombardei-Rundfahrt läuft während der Vuelta am 31. Oktober.
Die UCI hatte die Saison zusammenstreichen müssen und alle Rennen bis zum 1. August abgesagt. Nun sollen die Rennräder an genau jenem ersten August wieder rollen: beim Eintagesrennen Strade Bianche in Italien.