Hockey Spielerrevolte gegen Trainer: Hockey-Coach Meier tritt zurück

Ein großer Teil der Mannschaft, vor allem die erfahrenen Spieler, waren mit der taktischen Ausrichtung von Trainer Franz Meier nicht einverstanden.
Ein großer Teil der Mannschaft, vor allem die erfahrenen Spieler, waren mit der taktischen Ausrichtung von Trainer Franz Meier nicht einverstanden. © Foto: Rudi Apprich/dpa
mog 23.12.2015
Beim SSV Ulm 1846 ist Hockey-Trainer Franz Meier nach einer Spielerrevolte zurückgetreten. Trotz eines 3:3 gegen den Spitzenreiter fiel das Team auf den letzten Platz zurück - und hat dennoch Aufstiegs-Chancen.

Eigentlich könnte die Hockeywelt beim SSV Ulm 1846 in Ordnung sein. Am letzten Spieltag vor Weihnachten trotzten die Regionalliga-Herren Spitzenreiter Nürnberger HTC II nach erfolgreicher Aufholjagd ein 4:4 ab. Den Verbandsliga-Damen gelang ebenfalls ein Remis beim Tabellenführer. In Freiburg war noch mehr drin als ein 3:3.

Dennoch ist Zunder unterm Weihnachtsbaum. Bei den Herren gab es nach den Misserfolgen in der Vorrunde zunehmend Spannungen zwischen Trainer und Team. Sie gipfelten vor dem letzten Heimspiel im alten Jahr in einer Revolte gegen die taktischen Vorgaben von Franz Meier. Der zog die Konsequenz und legte sein Amt fristlos nieder.

Wie es weitergeht, ist noch offen. Gegen Nürnberg sprang der langjährige Stammspieler Kolja Kolletzky ein, der bereits in der letzten Hallensaison übergangsweise als Coach fungiert hatte. Unter seiner Regie erwischten die Ulmer, trotz der Querelen und obwohl drei Stammspieler fehlten, einen guten Start. In der zweiten Minute erzielte Johannes Richter das 1:0. Zu Beginn der zweiten Halbzeit allerdings lag der SSV 46 mit 1:3 hinten. Erneut Reichert und zweimal Philipp Geisen erzielten den 4:4-Endstand.

So zwiespältig wie die Stimmung ist auch die Tabelle. Trotz des respektablen Remis’ fielen die Ulmer auf den letzten Tabellenplatz zurück. Gleichzeitig machte der SSV 46 einen Punkt auf den SV Böblingen gut und verkürzte den Abstand zum einzigen Aufstiegskonkurrenten auf zwei Zähler. Alle anderen Teams der Liga sind nicht aufstiegsberechtigt.

Die Damen waren nach dem 3:3 bei Spitzenreiter FT 1844 Freiburg enttäuscht, dass es nicht zu mehr gereicht hat. In der ersten Halbzeit hatten die Ulmerinnen den Gegner im Griff und führten nach Toren von Tamara Bischof (10.) und Hannah Keppler (15.) mit 2:0. Nach dem 3:1 durch Hannah Keppler (34.) kam Freiburg durch zwei Strafecken noch zum Ausgleich. „Wir bleiben im Aufstiegsrennen“, gewann Sascha Heinrich, der Trainer des Tabellen-Zweiten, dem Remis doch noch etwas Positives ab.

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