Pokljuka Simon Schempp in der Form seines Lebens - Nur kurze Biathlon-Pause

Simon Schempp hat beim Biathlon-Weltcup in Pokljuka den ersten Sieg-Hattrick seiner Karriere knapp verpasst.
Simon Schempp hat beim Biathlon-Weltcup in Pokljuka den ersten Sieg-Hattrick seiner Karriere knapp verpasst. © Foto: Actionpress
SID 21.12.2015
Simon Schempp hat beim Biathlon-Weltcup den ersten Sieg-Hattrick seiner Karriere knapp verpasst. Nach dem Doppelsieg in Sprint und Verfolgung landete der 27-Jährige am Sonntag im Massenstart auf Platz vier.

Simon Schempp musste am Ende eines traumhaften Wochenendes ganz tief durchatmen, der Zielsprint gegen Ole Einar Björndalen hatte ihm auch die letzten Kräfte geraubt. "Ich bin einfach nur froh, dass jetzt Weihnachten ist und ich etwas entspannen kann", sagte der deutsche Vorzeige-Biathlet, der im slowenischen Pokljuka mit seinem Doppelsieg in Sprint und Verfolgung die Highlights setzte.

Dass er im Massenstart, dem letzten Rennen des Jahres, am gestrigen Sonntag als Vierter im Foto-Finish gegen Björndalen das Podest um wenige Zentimeter verpasste, störte den 27-Jährigen wenig. Genauso wie der verfehlte erste Sieg-Hattrick seiner Laufbahn. "Es war nochmal ein schöner Abschluss. Die letzten Wochen verliefen einfach traumhaft", sagte er: "Ich merke jetzt aber ein bisschen die Müdigkeit. Nach einer kurzen Pause geht es dann jedoch direkt mit dem Training weiter. Nächstes Jahr soll auch erfolgreich werden."

Der Staffel-Weltmeister hat den besten Saisonstart seiner Karriere hingelegt, er belegt nach drei Siegen und zwei zweiten Plätzen mit 331 Punkten Rang drei im Gesamtweltcup. Nur Martin Fourcade (384) und Björndalen (337) sind besser. Schempps Rückstand ist dabei lediglich das Ergebnis eines rabenschwarzen Tags in Östersund: Als 77. des Sprints hatte er die Verfolgung verpasst und somit zweimal keine Weltcup-Punkte geholt.

Doch dieser Fauxpas ist vergessen ("Das Rennen ist abgehakt"), denn Schempp präsentiert sich seitdem in der Form seines Lebens. Im stark besetzten Männerfeld kann er dominieren, setzt in der Loipe die Bestzeiten und agiert am Schießstand tadellos. In Pokljuka brachte er von seinen 50 Schüssen 48 ins Ziel - eine herausragende Quote. "Sicher steigt jetzt der Druck von außen, aber ich lasse das nicht zu sehr an mich heran. Ich will meine Arbeit weiter so machen wie bisher", sagte Schempp.

Seine Trainer glauben, dass ihm das gelingen wird. "Er hat einfach alle Qualitäten für diese Siege", sagte Bundestrainer Andreas Stitzl: "Simon hat Jahre lang sehr viel investiert, seine Erfolge kommen nicht durch Zufall, das hat er sich alles aufgebaut." Auch Zimmerkollege Andreas Birnbacher, der im Massenstart als Fünfter glänzte, lobte: "Simon ist richtig ehrgeizig und hat so viel trainiert, um diese Erfolge zu erreichen. Er hat sich das alles verdient."

Aufgrund seiner knallharten Vorbereitung und dem ausgeklügelten Trainingsprogramm ist auch nicht davon auszugehen, dass es nach der kurzen Weihnachtspause zu einem Leistungseinbruch kommt. Auch Schempp selbst fürchtet das nicht. "Warum soll es denn nach Weihnachten und Silvester nicht so weitergehen?", sagte er.

Lediglich am Montag und Dienstag nimmt er sich frei, schon ab Mittwoch soll wieder trainiert werden, um auch bei den Heim-Weltcups in Oberhof und Ruhpolding im Januar siegen zu können. Außerdem startet er am 28. Dezember auf Schalke und reiste noch am gestrigen Sonntagabend zur Gala bei der Sportlerwahl in Baden-Baden. "Langweilig wird es mir sicher nicht", sagte er nicht ohne Galgenhumor.

Selbst der nimmersatte Schempp braucht eine Pause. "Es ist gut, wenn man bei der Familie mal Luft holen kann", sagte der Kino-Fan, der es in den stressigen ersten Weltcup-Wochen noch nicht mal geschafft hat, den neuesten James-Bond-Film anzusehen: "Das steht auf meiner To-do-Liste, aber ich weiß einfach nicht, wann ich das machen soll."

Best-Quoten für das ZDF

Straßenfeger Die Verfolgungssiege der Biathleten Laura Dahlmeier und Simon Schempp haben dem ZDF am Samstag traumhafte Einschaltquoten beschert. 3,93 Millionen Zuschauer saßen durchschnittlich vor dem Bildschirm, als Dahlmeier im slowenischen Pokljuka den vierten Triumph ihren Karriere feierte. Das bedeutete einen Marktanteil von enorm starken 33,2 Prozent. Simon Schempps Erfolg im Rennen der Männer verfolgten zuvor 3,00 Millionen Zuschauer. Das bedeutete am späten Vormittag einen Marktanteil von 32,9 Prozent. Die Biathlon-Übertragungen erzielten damit erneut die mit Abstand besten Quoten aller Live-Übertragungen am Samstag. Schon am Freitag hatten 3,26 Millionen Zuschauer (MA: 25,2 Prozent) den Frauen-Sprint verfolgt. sid

SWP